12. April 2017

Der Bunte Kreis Ennepe-Ruhr freut sich: Das 100. Kind wird betreut!

Das Team des Bunten Kreises EN mit Mitarbeiterinnen des Krankenhauses und der Mutter mit ihrem Kind. Foto: Pro Kid e.V.

Mutter mit ihrem Frühgeborenen. Foto: Pro Kid e.V.

Das Angebot der sozialmedizinischen Nachsorge des Pro Kid e.V. für Frühgeborene und schwerkranke Kinder in der Region wird viel nachgefragt und ist gut vernetzt.

 

Der kleine Jakob und sein Zwillingsbruder Emil sind vor kurzem im Gemeinschaftskrankenhaus Herdecke zu früh auf die Welt gekommen und werden nach Entlassung von den Mitarbeitern des Bunten Kreises Ennepe-Ruhr (Träger Pro Kid e.V.) auf dem Weg ins häusliche Umfeld begleitet.

 

Da sie noch sehr klein und empfindlich sind, brauchen sie ganz besondere Pflege und Aufmerksamkeit – sie können ihre Wärme noch nicht halten und müssen gelegentlich an das Atmen erinnert werden.

 

Auch lernen sie erst langsam alleine zu trinken – noch hilft da eine Sonde. Ihre Versorgung bedarf  einer besonderen Zuwendung und mancher organisatorischer Unterstützung.

 

Heute nun werden sie von der Frühchen-Station entlassen. Ihre Eltern fühlen sich angesichts der großen Verantwortung noch unsicher und sind sehr froh, dass sie von dem Angebot der Einrichtung des Bunten Kreises Ennepe-Ruhr in der Trägerschaft des Pro Kid e.V. hörten.

 

Die Casemanagerin des Bunten Kreises EN hat bereits jetzt im Krankenhaus den Kontakt mit der Familie aufgenommen und mit ihnen einen Plan erarbeitet, wie es nach Entlassung aus der Klinik weitergehen kann. Die Aussicht auf regelmäßige Besuche einer kompetenten Mitarbeiterin, die Angebote sozialrechtlicher Unterstützung und Vernetzung zu allen erforderlichen Hilfseinrichtungen empfinden sie als extrem beruhigend.

 

Eine oder mehrere speziell ausgebildete MitarbeiterIn des Nachsorge-Teams (Kinderkrankenschwestern, SozialarbeiterInnen, PsychologIn, HeilpädagogIn u.a.) werden sie dann zuhause weiter anleiten, beraten und zu den verschiedenen Kontrolluntersuchungen begleiten. So können sie alle Ängste und Sorgen mitteilen und viele Fragen loswerden.  Dabei ist es egal, ob es um medizinische Themen, Tipps zur Pflege, zum Füttern oder zum Schlafen geht. „Da ist es gut, jemand an der Seite zu haben, der sich mit Frühchen auskennt und uns in Ruhe erklären kann, auf was wir bei unseren Kleinen achten müssen. Wie gut, dass es den Bunten Kreis  gibt!" so Frau Winnen.

 

Dabei hat sich der Verein Pro Kid e.V. erst vor zwei Jahren aus dem Erleben des Bedarfs für eine solche Brückenbildung der engagierten, fachlichen Begleitung von der Klinik nach Hause entschlossen, diese  Aufgabe in unserer Region in Kooperation mit den Kinderkliniken des Gemeinschaftskrankenhauses Herdecke und des Marienhospitals Witten wahrzunehmen.

 

„Bunte Kreise“ bieten deutschlandweit sozialmedizinische Nachsorge für Kinder an. In ganz Deutschland gibt es bereits knapp 90 Bunte Kreise, in unserer Region mit den Städten Herdecke, Witten, Wetter, Gevelsberg, Schwelm, Sprockhövel, Hattingen u.a. gab es dieses Angebot vorher noch gar nicht. Besonders sind auch für sozial benachteiligte und Flüchtlingsfamilien zahlreiche Vernetzungs- und Beratungsaufgaben zu lösen.

 

Aber es kann jede junge Familie in der Region treffen:  Wenn ein Kind zu früh zur Welt kommt, chronisch erkrankt oder schwer verunglückt ist, bedeutet dies immer wieder  eine schwere Belastung für die gesamte Familie. In solchen Situationen ist es sehr wichtig, dass die Betroffenen gute Unterstützung erhalten. Häufig fehlt dann den Familien  ausreichende medizinische und  soziale Betreuung nach der Entlassung aus dem Krankenhaus.

 

Der Verein Pro Kid e.V.  mit Sitz in Herdecke hat mit dem Bunten Kreis EN hierzu ein Organ geschaffen, welches multiple Hilfen, aber auch Vernetzung zu geeigneten Unterstützungseinrichtungen anbieten kann.

 

Viele Eltern wissen noch nicht, dass der Gesetzgeber diesen Missstand seit 2009 erkannt  und einen Anspruch auf eine Nachsorge im sozialmedizinischen Sinn festgeschrieben hat. Die Kosten für diese wertvolle Arbeit  werden jedoch bisher nur zum Teil von den Krankenkassen übernommen, zum Gelingen der umfassenden Einsätze ist der Verein deshalb dringend auf  Fördergelder und Spenden angewiesen und freut sich über jeden Betrag auf dem Spendenkonto.

 

„Wir begleiten Kinder und ihre Familien vom Krankenhaus ins Kinderzimmer - wenn eine Diagnose das Leben verändert...“

 

 

Text: ProKid e.V.