„Welcome to Sodom“: Agenda-Kino mit anschließender Experten-Diskussion im Onikon

Sonja Fielenbach möchte Bürgerinnen und Bürger motivieren, ihre alten, nicht mehr benötigten Handys und Tablets für den guten Zweck abzugeben.
Sonja Fielenbach möchte Bürgerinnen und Bürger motivieren, ihre alten, nicht mehr benötigten Handys und Tablets für den guten Zweck abzugeben.
Ankündigungsplakat des Films.
Ankündigungsplakat des Films.

Am Donnerstag, den 15. November 2018 präsentieren das Kino Onikon und die lokale Agendabeauftragte Sonja Fielenbach den Dokumentarfilm „Welcome to Sodom – Dein Smartphone ist schon hier“ über die weltweit größte Müllhalde für Elektroschrott in Afrika. Los geht es um 20 Uhr im Kulturhaus an der Goethestraße 14. Der Eintritt ist ermäßigt und beträgt 3,50 Euro. Der Film wird in Originalton mit deutschem Voiceover gezeigt.

Agbogbloshie, Accra (Ghana), ist eine der größten Elektro-Müllhalden der Welt. Rund 6000 Frauen, Männer und Kinder leben und arbeiten hier. Sie selbst nennen diesen Ort „Sodom“. Der Dokumentarfilm WELCOME TO SODOM – DEIN SMARTPHONE IST SCHON HIER lässt die Zuschauer hinter die Kulissen der Müllhalde, auf welcher auch der Elektroschrott aus Europa landet, blicken und portraitiert die Verlierer der digitalen Revolution. Dabei stehen nicht die Mechanismen des illegalen Elektroschrotthandels im Vordergrund, sondern die Lebensumstände und Schicksale von Menschen, die am untersten Ende der globalen Wertschöpfungskette stehen. „Die Müllhalde von Agbogbloshie wird wahrscheinlich auch letzte Destination für die Tablets, Smartphones und Computer sein, die wir morgen kaufen“, macht Sonja Fielenbach deutlich.

Im Anschluss an die Vorstellung wird Dr. Claude Kabemba einen kurzen Vortrag zu den Problematiken beim Bergbau für die Smartphone-Produktion halten und für Fragen zur Verfügung stehen. Dr. Kabemba ist Direktor bei der Organisation Southern Africa Resource Watch, die sich für die Einhaltung der Menschenrechte beim Bergbau in den Ländern des südlichen Afrikas einsetzt. Der Vortrag findet in Kooperation mit dem Amt für MÖWe der Evangelischen Kirche von Westfalen statt.

„Besucherinnen und Besucher haben im Anschluss an den Film zudem die Möglichkeit Althandys sowie Zubehör wie Ladekabel zu spenden“, kündigt Sonja Fielenbach an. Die gesammelten Handys werden eingesandt und recycelt beziehungsweise zur Wiederbenutzung aufgearbeitet. Die noch vorhandenen Daten werden vollständig gelöscht. Erlöse aus dem Recycling kommen dem Herdecker Ortsverband des Kinderschutzbundes zugute.

Darüber hinaus ist es ab sofort möglich im Bürgerbüro der Stadt Herdecke sein altes Handy abzugeben. Eine weitere Sammelstelle befindet sich schon seit einiger Zeit im Bauernladen Niermann in Ende. Auch beim Kinderschutzbund in der Wetterstraße 8 können nicht mehr benötigte Handys abgegeben werden.

Stichwort Agenda-Kino im Onikon

Seit einigen Jahren besteht die Kooperation der Lokalen Agenda der Stadt Herdecke und dem Herdecker Kino Onikon. Im Agenda-Kino werden etwa alle zwei Monate Dokumentationen zu gesellschaftlichen oder umweltbezogenen Herausforderungen gezeigt. Der Kinosaal bietet Platz für 88 Gäste. Das Programmkino Onikon ist seit 40 Jahren von Bürgerinnen und Bürgern für die Bürgerschaft aktiv. Es ist ein nicht-kommerzielles Kino, das von der Filminitiative Herdecke e.V. betrieben wird. Die Filminitiative ist ein ehrenamtlich tätiger Verein, der anspruchsvolle und unterhaltsame Filme präsentiert.