Zukunft des Herdecker Freibades: Bürgerinnen und Bürger reden mit

Bürgermeisterin Dr. Katja Strauss-Köster informiert und diskutiert mit Bürgerinnen und Bürger über den Erhalt des Herdecker Freibades.
Bürgermeisterin Dr. Katja Strauss-Köster informiert und diskutiert mit Bürgerinnen und Bürger über den Erhalt des Herdecker Freibades.
Rund 200 Bürgerinnen und Bürger folgten der Einladung zur Infoveranstaltung.
Rund 200 Bürgerinnen und Bürger folgten der Einladung zur Infoveranstaltung.
Die Bürgermeisterin erläutert gemeinsam mit Bauamtsleiter Daniel Matißik die Flächensituation an der Ruhr.
Die Bürgermeisterin erläutert gemeinsam mit Bauamtsleiter Daniel Matißik die Flächensituation an der Ruhr.

„Mein Ziel ist der Erhalt des Herdecker Freibades“, so die Bürgermeisterin Dr. Katja Strauss-Köster in ihren einleitenden Worten der Bürger-Informationsveranstaltung am gestrigen Dienstagabend. Knapp 200 Bürgerinnen und Bürger folgten der Einladung der Verwaltung und kamen in den Werner-Richard-Saal an der Wetterstraße, um sich zu informieren, Fragen zu stellen und ihre Meinung zu sagen.

In einem gut 30-minütigen Vortrag ging Dr. Katja Strauss-Köster auf Stärken und Schwächen des städtischen Freibades ein. Das drängendste Problem: um die Einrichtung langfristig betreiben zu können, müssten zwischen 3,1 und 4,5 Millionen Euro in die Hand genommen werden. So bescheinigt es ein Gutachten. „Geld, was die Stadt Herdecke, die sich im Haushaltssicherungskonzept (HSK) befindet, nicht hat“, macht die Bürgermeisterin deutlich. Die Freibadtechnik ist zu großen Teilen mehr als ein Vierteljahrhundert alt, in Teilen stammen Anlagen sogar aus Anfang der 1980er-Jahre.

Die Politik habe daher der Verwaltung den Auftrag erteilt, nach Maßnahmen und Ideen zur Sicherung der über 1.000 qm großen Wasserlandschaft zu suchen. Die Ergebnisse der Prüfungen wurden jetzt den Bürgerinnen und Bürgern vorgestellt. Die notwendigen Sanierungen könnten aus dem städtischen Haushalt finanziert werden, wenn der Rat der Stadt an anderer Stelle auf Aufgaben verzichtet oder die Kosten durch Steuererhöhungen auffängt. Denn das HSK fordert spätestens zum Jahre 2021 einen ausgeglichenen Haushalt. Derzeit beläuft sich das geplante Jahresdefizit für 2018 auf fast 8 Millionen Euro.

Eine Sanierung des Freibades, ohne Belastung des städtischen Etats, ist mit einer Investorenlösung denkbar. So könnte ein Freibad mit hoher Qualität in Herdecke langfristig erhalten bleiben. Unzählige Gespräche haben Dr. Katja Strauss-Köster und Verwaltungsmitarbeiterinnen und -mitarbeiter in den vergangenen Monaten geführt. Denkbar ist die Suche nach einem Betreiber ausschließlich für das Freibad, wobei es bei den notwenigen Investitionen sehr unwahrscheinlich ist, jemanden hierfür zu gewinnen.

Ein Interessent hat signalisiert, sich vorstellen zu können, mehr als 30 Millionen Euro in Herdecke zu investieren, ein Wellnesshotel mit Therme zu errichten und gleichzeitig das Freibad zu sanieren sowie zu betreiben. Ein paar Grundvoraussetzungen für einen potenziellen Betreiber sind bereits von der Verwaltung definiert: es muss ein für alle Bürgerinnen und Bürger Herdeckes zu vernünftigen Eintrittspreisen zugängliches Bad sein, welches im Eigentum der Stadt Herdecke verbleibt. Im Gegenzug könne es einen festen Zuschuss geben, um sich von den - Jahr für Jahr - unkalkulierbaren Kosten zu trennen. Es gibt eine Menge weiterer Vorteile, wie eine erhöhte Wertschöpfung für die Stadt oder die Schaffung von Arbeitsplätzen bei dieser Option, aber natürlich auch Nachteile. Denn einhergeht die Variante mit einem Verlust von Fläche, die derzeit der Bevölkerung zur Verfügung steht. Konkret gemeint sind der Schotterparkplatz und die Tartanplätzen sowie Teile der großen Wiesenfläche. Die Chancen einer interkommunalen Zusammenarbeit werden von der Verwaltungschefin als sehr gering eingestuft.

In der sich anschließenden Diskussionsrunde machte ein Großteil der Anwesenden deutlich, dass das Freibad unbedingt erhalten bleiben sollte, kritisierten jedoch den möglichen Verlust der Freiflächen. „Insgesamt haben wir rund 130.000 qm Freiflächen an der Ruhr, die auch regelmäßig gepflegt werden müssen“, rechnet die Bürgermeisterin vor. 20.000 qm wären eine denkbare Flächengröße, die man im Rahmen einer europaweiten Ausschreibung optional anbieten könnte.

Abschließend bedankte sich Bürgermeisterin Dr. Katja Strauss-Köster bei den Anwesenden für die frühzeitige Beteiligung an den Planungen: „Wir als Verwaltung und auch die anwesenden Vertreterinnen und Vertreter aus den politischen Fraktionen nehmen Ihre Anregungen mit“. Das letzte Wort über die Zukunft des Herdecker Freibades hat der Rat der Stadt.

Die Präsentation des Abends steht Interessierten hier auf der städtischen Homepage zum Ansehen, Ausdrucken und Herunterladen zur Verfügung.