Baugenehmigungsverfahren

Wann benötigen Sie eine Baugenehmigung?

Bei einer Errichtung, einem Umbau, einem Abbruch und bei einer Nutzungsänderung baulicher Anlagen (§ 63 BauO NRW). Dies gilt nicht, wenn andere Verfahrensvorschriften keine Genehmigungspflicht vorsehen (siehe unten).

Unterschieden wird zwischen dem normalen Baugenehmigungsverfahren und dem vereinfachten Baugenehmigungsverfahren, welches in den meisten aller Fälle Anwendung findet.

Das normale Genehmigungsverfahren wird für Sonderbauten durchgeführt. Diese sind in § 68 Abs. 1 der BauO NRW unter den Nummern 1-19 aufgeführt. Dazu gehören z.B. Hochhäuser, Verkaufsstätten mit mehr als 700 m² Verkaufsfläche, Krankenhäuser, Schulen, Versammlungsstätten, Gaststätten und Großgaragen.

In diesem Verfahren findet eine umfassende Prüfung aller einschlägigen öffentlich-rechtlichen Vorschriften statt.

Das vereinfachte Genehmigungsverfahren wird für alle Vorhaben durchgeführt, die nicht als Sonderbau gelten. Dies sind üblicherweise z.B. Wohngebäude, Garagen, Büro- und Geschäftsgebäude mit weniger als 3000 m² Geschossfläche. Das vereinfachte Genehmigungsverfahren wird ebenfalls auch für die entsprechenden Nutzungsänderungen durchgeführt.

Das vereinfachte Genehmigungsverfahren beinhaltet nur eine eingeschränkte baurechtliche Prüfung. Diese bezieht sich in erster Linie auf

  • die bauplanungs- und bauordnungsrechtliche Erschließungsvorschriften
  • die Abstandsflächenvorschriften
  • die Bereitstellung von Kinderspielflächen
  • die Gestaltung
  • die Bemessung und Herstellungspflicht von Stellplätzen und Garagen
  • die Barrierefreiheit
  • örtliche Bauvorschriften

Der eingeschränkte Prüfumfang im vereinfachten Genehmigungsverfahren führt zu einer verstärkten Verantwortlichkeit der am Bau Beteiligten, u.a. auch von Bauherrin und Bauherr.

Vor Zugang der Baugenehmigung darf mit der Bauausführung nicht begonnen werden. Der Ausführungsbeginn genehmigungsbedürftiger Vorhaben ist mindestens eine Woche vorher der Bauaufsichtsbehörde schriftlich anzuzeigen.

Wann benötigen Sie keine Baugenehmigung?

  • bei Vorhaben nach § 65 BauO NRW (kleine und unbedeutende bauliche Anlagen)
  • bei der Errichtung oder Änderung von Anlagen der technischen Gebäudeausrüstung nach § 66 BauO NRW, z.B. Heizungsanlagen, Feuerungsanlagen, Wärmepumpen)

Freistellungsverfahren nach § 67 BauO NRW

Die Errichtung oder Änderung von Wohngebäuden mittlerer oder geringer Höhe einschließlich ihrer Nebengebäude und Nebenanlagen kann auch im sogenannten Freistellungsverfahren nach § 67 BauO NRW verwirklicht werden, sofern folgende Bedingungen erfüllt sind

  • das Vorhaben widerspricht nicht den Festsetzungen eines rechtsverbindlichen Bebauungsplanes
  • die Erschließung im Sinne des Baugesetzbuches ist gesichert
  • die Gemeinde erklärt nicht innerhalb eines Monats nach Eingang der Bauvorlagen, dass ein Genehmigungsverfahren durchgeführt werden soll

 

 

 

 

 

  • Antrag Sonderbauvorhaben
  • Antrag Bauvoranfrage vereinfachtes Genehmigungsverfahren
  • Antrag Bauvoranfrage Werbeanlagen
  • Antrag Baubeschreibung
  • Antrag gewerbliche Anlagen Betriebsbescheinigung
  • Antrag Abbruchgenehmigung
  • Antrag Baubeginnanzeige

Bauordnung NRW

Ihre Ansprechperson

Herr Wolfgang Schmidt

wolfgang.schmidt@
herdecke.de
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