Der Jakobsweg

Der Jakobsweg

Von der Hohensyburg kommend wandern Sie zunächst am Hengsteysee und anschließend etwa 1,5 km neben dem Fluss bis zur Ruhrbrücke. Davor biegen Sie nach rechts ab, passieren einen Kinderspielplatz und queren an der Ampel die Hengsteyseestraße. Sie folgen der Straße nach links und haben nach 200 m den rechts gelegenen "Einstieg" in die Altstadt erreicht. Ihr Pilgerweg verknüpft sich mit dem Ruhrtalradweg und der Route Industriekultur. Den Verlauf des " Altstadtbummels" erreichen Sie am Bachplatz (* Nr. 14, 15, 16).

Der Pilgerweg durch Herdecke

Von der Stiftskirche St. Marien (* Nr. 1), Ihrem Etappenziel, geht es weiter durch die Alte Stiftsstraße (* Nr. 25) und Hauptstraße (* Nr. 24). An der seit alters her bestehenden ehemaligen Wegegabelung (Hauptstraße/Wetterstraße) biegen Sie nach links ab in die Kampstraße (* Nr. 22, 21) und Mühlenstraße (* Nr. 20) Richtung Ruhrbrücke.

 

Ein 2011 errichteter Wegweiser (Jakobssäule) aus Ruhrsandstein zeigt Ihnen die Richtung an. Alle dort in Reliefs dargestellten Informationen und Symbole können Sie der nachstehenden Beschreibung über die Herdecker Jakobssäule entnehmen.

 

Suchen Sie eine Unterkunft oder möchten sich bei Ihrem Zwischenstopp stärken? In Herdecke steht Ihnen ein vielfältiges Angebot an Gaststätten und Gastgebern zur Verfügung. Wenn Sie die Ruhrbrücke als historischen Übergang Richtung Köln überschritten haben, liegen noch knapp 2.667 km bis Santiago de Compostela vor Ihren Füßen. Unsere guten Wünsche begleiten Sie! Der Weg ist das Ziel.

Die Herdecker Jakobssäule und Pflastersteine als Wegweiser

Seit 2008 gibt es ihn wieder, den mittelalterlichen Pilgerweg durch Westfalen nach Santiago de Compostela. Wir stehen auf einem mittelalterlichen Pilgerweg. Wer ihn läuft, will wissen: Wo geht's denn lang? Dazu dienen bis heute Wegweiser. Als Material verwendete man häufig Naturstein aus der näheren Umgebung. Für diese Säule kam daher nur Herdecker Ruhrsandstein in Frage, fast 2 Tonnen schwer und 2,60 m hoch.

Die Pilgersäule im Vollbild
Die Pilgersäule in Nahaufnahme
Die Pilgersäule in Nahaufnahme

Was der Steinbildhauer Timothy Vincent daraus gestaltet hat, bietet ein ganzes Bündel an Informationen und Symbolen:

 

Die Jakobssäule an der Kreuzung Haupt-/Wetterstraße informiert über die Entfernung zum Ziel und die einzuschlagende Richtung. Von hier bis nach Santiago de Compostela im Nordwesten Spaniens sind es 2.667 km. Die Gehrichtung wird mit der Jakobsmuschel gekennzeichnet. Wer sich von der Marienkirche nähert, erblickt sie vollplastisch ausgebildet bereits aus größerer Entfernung. Was ursprünglich nur Kennzeichen des Pilgers war, ist heute gleichzeitig Richtungspfeil.

 

Das Muschelschloss verweist aufs Ziel, damit verbundene Strahlen symbolisieren die Hauptwege nach Santiago. Auf der Westseite der Säule erscheint das Ziel noch einmal mit der Westfassade der Kathedrale, gestaltet als Flachrelief. An der Südseite finden sich zwei typische Ausstattungsmerkmale des mittelalterlichen Wanderers, Pilgerstab und Jakobsmuschel, die am Hut, der Kleidung oder mit einer Schnur um den Hals getragen wurde.

Die Pflastersteine als Orientierungshilfe

Die Jakobsmuschel ist aus diesem Anlass neben der Jakobssäule als weiterer Wegweiser für den Jakobsweg in Form von Pflastersteinen eingesetzt worden. Auch hier gab der Künstler Timothy Vincent den Sandsteinen das Relief der Jakobsmuschel. Dabei symbolisieren die Strahlen der Muschel den Hauptweg durch Europa. Die insgesamt 25 "Muschelsteine" dienen an jedem Knickpunkt des Weges als künftige Orientierung für Pilgerinnen und Pilger und zeigen den Richtungsverlauf an.

Der Weg verläuft nunmehr vom südöstlichen Ortseingang entlang des Kreisels in die Neue Bachstraße, über den Bachplatz, durch die Tal- und Uferstraße, am Viehmarktbrunnen vorbei, über den Stiftsplatz nach St. Marien, in die Alte Stiftsstraße, durch die untere Fußgängerzone, an der Jakobssäule vorbei und durch die Kamp- und Mühlenstraße bis zur Ruhrbrücke. Eine Bürgerinitiative unter Federführung des Lionsclubs, in Zusammenarbeit mit der BürgerStiftung und dem Engagement von 20 Herdeckerinnen und Herdeckern hat es geschafft, das Projekt finanziell zu schultern. Der Steinbildhauer Timothy Vincent hat die von den Unterstützern gewünschten Initialen zudem ohne Mehrkosten auf den gesponserten Stein eingraviert.

 

Um die Säule herum verläuft ansteigend von unten nach oben eine Verbindungslinie, im Wechsel schmal oder breit. Sie kennzeichnet den Weg als enge Spur oder beim Zusammentreffen mehrerer Routen fächerförmig ausgebreitet. Wer es bis oben geschafft hat, kann sich ausruhen, er ist am Ziel. Auf der nördlichen Spitze der Jakobssäule erkennt man noch mehrere Blätter einer versteinerten Wasserpflanze. Ihre Schrägstellung hat der Steinbildhauer weiter unten im Relief übernommen. Seine Arbeit ist erdgeschichtlich nur einen Wimpernschlag alt. Das von der Natur im Karbon-Zeitalter geschaffene Pflanzenrelief kann dagegen auf rund 316 Mio. Jahre verweisen.

Sie sollten den Wegweiser, für uns einer der schönsten auf der westfälischen Route, als Fotomotiv festhalten, am besten mit Ihnen im Vordergrund. Möge die Jakobssäule an dieser Stelle noch viele Jahre auf dem europäischen Fernwanderweg die Richtung anzeigen. Sie erfüllt damit eine weitere Aufgabe: Besuchern, Gästen und Einheimischen wird hier durch das Geschenk des Lionsclubs Herdecke ein Stück Mittelalter in Herdecke sichtbar gemacht. Es muss also nicht immer gleich Santiago sein. Wer nur befristet bummeln möchte, wird vielleicht sagen: "Ich pilger mal durch Herdecke."