Erneuerbare Energien

Der Bezug von Energie basierte lange Jahre primär auf den fossilen Energiequellen Erdöl, Kohle und Gas. Diese setzen bei der Verbrennung große Mengen des Gases CO2 frei, welches als Hauptverursacher des Klimawandels identifiziert wurde. Aus diesem Grund hat der Einsatz regenerativer Energien in der Klimastrategie der Stadt Herdecke einen hohen Stellenwert.

Daher zielt das Handlungsfeld Erneuerbare Energien auf die Verbesserung der Energiestruktur durch die Nutzung und Förderung regenerativer Energien und hierbei insbesondere die Nutzung von Energie aus Sonne, Wind und Wasser ab.

Mit der Substitution fossiler durch regenerative Energieträger in der Strom- und Wärmeerzeugung kann ein hoher Anteil an CO2-Emissionen eingespart werden. Zum Beispiel kann eine Windkraftanlage mit 4 MW installierter Leistung im Tiefland rund 12 Mio. kWh Strom erzeugen. Bei einem angenommenen Stromverbrauch eines durchschnittlichen 3-Personen-Haushaltes von 3.500 kWh pro Jahr könnten über 3.000 Haushalte mit CO2-reduziertem Strom aus Regenerativen Energie versorgt werden.

Der Anteil Erneuerbarer Energien steigt in Deutschland immer weiter an. Bereits im Jahr 2011 haben die Erneuerbaren Energien über 120 Mio. Tonnen CO2-Ausstoß in Deutschland vermieden. Experten sind sich sicher, dass ohne die Energie aus Sonne, Wind, Wasser, Bioenergie und Erdwärme die CO2-Emissionen um über 10 % höher liegen würden. Daher kommt diesen Energiequellen eine Schlüsselrolle zu, um den Klimawandel entgegenzuwirken.

Auf dem Herdecker Stadtgebiet sind im Jahr 2010 12.303 MWh regenerativ erzeugter Strom ins Stromnetz eingespeist worden. Dieser wurde zu ca. 94 % aus Wasserkraft und zu 6 % aus PV erzeugt. Damit hat Herdecke schon jetzt einen positiven Beitrag bei der Erzeugung Erneuerbarer Energien geleistet, den es jedoch kontinuierlich zu erhöhen gilt.

Zudem sollen lokale und regionale Netzwerke gestärkt und die Wertschöpfung in der Region erhöht werden.

 

Projekte:

Solarpotenzialkataster

Die Stadt Herdecke und der regionale Energieversorger Mark-E kooperieren bei der Intensivierung des lokalen Klimaschutzes und haben ein Solarpotenzialkataster für alle Bürgerinnen und Bürger der Stadt zur Verfügung gestellt. Dort können Herdeckerinnen und Herdecker selbst prüfen, ob sich Dachflächen für den Betrieb einer Photovoltaik (PV)-Anlage zur umweltfreundlichen Stromerzeugung oder einer Solarthermischen Anlage zur Warmwasserversorgung oder Heizungsunterstützung eignen.

Kernstück des Solarpotenzialkatasters ist eine Satelliten-Übersichtskarte aller Herdecker Dachflächen. Auf Basis von Einflussfaktoren wie Neigung, Ausrichtung und Beschaffung sind diese nach einem „Ampel-System" auf ihre Eignung klassifiziert worden: Grün bedeutet, dass die Fläche sich gut für eine Bebauung eignet, gelb zeigt eine grundsätzliche Eignung an und rote Flächen werden als nicht geeignet eingestuft.

Zudem kann jeder Interessent eine Übersichtskarte aufrufen, in der eine Ertragsprognose auf Basis der maximalen installierbaren Leistung und der aktuellen Einspeisevergütung für den erzeugten Solarstrom aufgeführt wird. Zudem wird die jährliche Einsparung an Kohlendioxid (CO2) angezeigt. Die technische Umsetzung des Solarpotenzialkatasters wurde durch die Firma tetraeder.solar (Dortmund) durchgeführt und von der Mark-E finanziert.

Jeder Einzelne leistet durch den Bau einer Solaranlage einen aktiven Beitrag zum lokalen Klimaschutz und kann durch die gesetzlich festgelegte Einspeisevergütung an der Wertschöpfung der Energiegewinnung teilhaben. Ziel der Initiatoren ist es auch, den Bau von Solarthermischen Anlagen durch das Solarpotenzialkataster anzuschieben, da die Eignungsvoraussetzungen hier die gleichen wie bei der Errichtung von PV-Anlagen sind.

Grundstückseigentümer, die nicht wollen, dass ihre Dachflächen in dem Solarpotenzialkataster zu sehen sind, können in Form einer kurzen, schriftlichen um Herausnahme bitten. Mehr Informationen zu dem Thema gibt es unter dem Button „Widerspruchsrecht" auf der Internetseite des Solarpotenzialkatasters.

Interessierte können den interaktiven Kartenviewer (Gebiet Herdecke) unter folgendem Link erreichen:

http://www.solare-stadt.de/_frame/?viewer=rvr_rbz_arnsberg&lat=51.4130650543&lon=7.4174916433&zoom=12

 

Regionales Gründachkataster

Gemeinsam mit der Emschergenossenschaft hat der Regionalverband Ruhr (RVR) ein Gründachkataster für das Ruhrgebiet erstellen lassen. Hier können die Bürgerinnen und Bürger des Ruhrgebiets prüfen, wie hoch die Eignung ihres Gebäudes für ein Gründach ist.

Das Gründachkataster zeigt durch Einfärbung der Dachflächen nicht nur an, wie gut sich das Gebäude für ein Gründach eignet, sondern über eine Detailanalyse können auch die eingesparte Abwassermenge, die CO2-Absorption und der gehaltene Feinstaub pro Jahr geschätzt werden.

Ein grünes Hausdach ist nicht nur optisch ein Blickfang, sondern schafft eine Vielzahl positiver Effekte für Gebäude, Mensch und Umwelt. So schützt der Begrünungsaufbau die Dachabdichtung vor Witterungseinflüssen und kann somit die Lebensdauer der Abdichtung verdoppeln. Die Begrünung wirkt gleichzeitig als Dämmung im Winter vor Kälte und dient im Sommer als Hitzeschutz. Begrünte Dächer bilden zudem wichtige Ersatzlebensräume und Trittsteinbiotope für Tiere und Pflanzen.

Durch die Vegetation können – je nach Schichtaufbau – große Mengen an CO2 und Staub reduziert werden. Würden alle geeigneten Dächer in der Metropole Ruhr, sowohl alle Flachdächer als auch leicht geneigten Dächer bis 30° begrünt werden, so könnten über 25.000 Tonnen CO2 und Staub pro Jahr gebunden werden.

Gründächer sind darüber hinaus dazu geeignet, in den überhitzten Innenstädten zur Kühlung beizutragen und bei Starkregen Überschwemmungen zu reduzieren.  Je nach Begrünungsart können bis zu 80 Prozent des Jahresniederschlags zurückgehalten werden und stehen zur Verdunstung und damit Kühlung der im Sommer aufgeheizten Städte zur Verfügung.

Die Analyse des Gründachkatasters durch den RVR hat gezeigt, dass über 800.000 Gebäude potenziell zur Begrünung geeignet sind, das heißt fast jedes zweite Dach in der Metropole Ruhr kann vorbehaltlich der Statikprüfung begrünt werden und somit einen Beitrag zur Klimaanpassung leisten. In Kombination mit einer Photovoltaikanlage kann die Effektivität der Anlage durch die Kühlleistung der Begrünung zudem erhöht werden.

  

Text: Regionalverband Ruhr

Mehr Information zum Gründachkataster finden Interessierte auf der Homepage des Regionalverbandes Ruhr: http://www.metropoleruhr.de/index.php?id=27667

Auch in Herdecke besteht auf bei vielen Häusern die Möglichkeit, ein Gründach anzulegen. Zu einem interaktiven Kartenviewer für das Herdecker Stadtgebiet gelangen Interessierte über folgenden Link:

https://www.solare-stadt.de/_frame/?viewer=rvr_rbz_arnsberg_gruen&lat=51.4130650543&lon=7.4174916433&zoom=12

 

Runder Tisch „regenerative Energien"

Alle 3 bis 4 Monate treffen sich Bürgerinnen und Bürger beim Runden Tisch in Herdecke, um sich Gedanken darüber zu machen, wie in ihrer Heimatstadt Klimaschutz betrieben werden kann.

Gemeinsam werden Themen ausgewählt und Maßnahmen besprochen, die sich eignen, um eine wirkungsvolle Umsetzung zu erreichen und nachhaltige Erfolge zu erzielen.

Derzeit werden die Projekte

  • Energieberatung für Haushalte mit geringem Einkommen
  • Herdecke fährt weniger Auto und
  • 0-Energie Bebauung

in den Projektgruppen bearbeitet. Die Betreuung der Projektgruppen erfolgt durch die Lokale Agenda der Stadtverwaltung, welche für Hilfestellungen zur Verfügung steht.

Da der Runde Tisch auch jederzeit neue Themen aufgreifen kann und sich die vorhanden Gruppen über Verstärkung freuen, sind neue Interessenten jederzeit herzlich willkommen. Für Rückfragen und Anregungen steht die Lokale Agenda allen Klimaschützern gerne zur Verfügung.

 

Photovoltaikanlagen auf städtischen Gebäuden

Als Mitglied des Klima-Bündnis e.V. hat sich die Stadt Herdecke dazu verpflichtet, ihre CO2-Emissionen alle 5 Jahre um 10% zu reduzieren. Dies soll langfristig vor allem durch Energieeinsparungen, Steigerung der Energieeffizienz und durch die Nutzung erneuerbarer Energien geschehen. Besonders beim letzten Punkt möchte die Stadt mit gutem Beispiel vorangehen und städtische Gebäude, die geeignet sind, für die Errichtung von Photovoltaikanlagen zur Verfügung stellen.

 

Da die Stadt Herdecke in Zeiten leerer Kassen die entsprechenden Anlagen zur dezentralen Energieversorgung nicht selbst errichten kann, müssen hier neue Wege gefunden und gegangen werden. Aus diesem Grund hat der Ausschuss für Umwelt, Klima und Verkehr der Stadt Herdecke am 11. November 2010 der Absichtserklärung der Stadt zum Einsatz von Photovoltaikanlagen auf städtischen Gebäuden zugestimmt.

Mit der Erklärung wird der eindeutige Wille der Stadt dokumentiert, die Nutzung von geeigneten städtischen Dachflächen zum Bau von Anlagen zur Energiegewinnung aus erneuerbaren Energien den Einwohnern der Stadt Herdecke zur Verfügung zu stellen.

Bei der BEG (www.beg-58.de) handelt es sich um einen Zusammenschluss von vielen Bürgerinnen und Bürgern, Unternehmen und Organisationen aus der Region, die das Anliegen vertreten, den Klimaschutz vor Ort und für jeden machbar zu machen.

Haben Sie Fragen zum Stand des Projektes? Möchten Sie sich selber an den geplanten Anlagen hier in Herdecke beteiligen? Für diese und weitere Fragen steht Ihnen die Lokale Agenda 21 unter gerne zur Verfügung.

 

SolarLokal

Die Stadt Herdecke hat sich wie zahlreiche andere Städten und Gemeinden in Deutschland der bundesweiten Imagekampagne „SolarLokal" angeschlossen. Alle Kampagnen Beteiligten werben mit Informationen und Öffentlichkeitsarbeit für die umweltfreundliche Energie aus der Sonne. Getragen bzw. unterstützt wird die Kampagne von der Deutschen Umwelthilfe e.V., der SolarWorld AG und den kommunalen Spitzenverbänden.

Die Stadt Herdecke ist sich ihrer Verantwortung bewusst und will künftigen Generationen eine lebenswerte Umwelt hinterlassen. Dabei dient die Energiegewinnung aus der Sonne nicht nur dem Umwelt- und Klimaschutz, sondern lohnt sich auch finanziell. Ziel der Kampagne ist es, möglichst viele Einwohnerinnen und Einwohner für diese moderne und klimafreundliche Technologie zu begeistern und eine Solarstromanlage zu errichten. Zudem wird dadurch auch die heimische Wirtschaft gefördert, da die Errichtung solcher Anlagen i.d.R. von örtlichen Handwerkern durchgeführt wird.

 

Handwerksbetriebe aus der Region die Erfahrungen mit der Installation solcher Anlagen haben können sich als SolarLokal Handwerker registrieren lassen und ihre Kontaktdaten bei entsprechenden Anfragen aus der Bevölkerung weitergegeben. Voraussetzung für eine Registrierung als Handwerker ist, dass mindestens drei Anlagen vom Betrieb bereits installiert worden sind.

Näher Informationen zur Kampagne finden Sie im Internet unter www.solarlokal.de. Ein kostenloses Informationspaket zum Thema Solarstrom können Sie über das SolarLokal-Infotelefon unter Tel. 01803-20003000 anfordern. Über die bundesweite Dachbörse von SolarLokal können Sie zudem Dächer für die Solarstromnutzung zur Verfügung stellen sowie nach geeigneten Dachflächen für die Errichtung von Solaranlagen suchen.

 

Führung durch das Energie PlusHaus am Phoenix See

Es gibt ein Haus, das mehr Energie erwirtschaftet, als es verbraucht.

Auf Einladung der DEW21 bot die Lokale Agenda Herdecke interessierten Herdecker Bürgerinnen und Bürgern am 13. März 2013 die Möglichkeit zur Besichtigung dieses Hauses.

Ein Film und ein kurzer Vortrag gaben einen Einblick in die Technik und das Energiekonzept des Gebäudes. Für Fragen zu den Themen Wärmedämmung, Photovoltaik, Lüftungs- und Beleuchtungstechnik stand im Anschluss ein Ansprechpartner vor Ort zu Verfügung.