Erstellung eines Energiepolitisches Arbeitsprogrammes im Rahmen der Teilnahme am European Energy Award®

Der European Energy Award® (EEA®) wurde im Rahmen des Konvent der Bürgermeisterinnen und Bürgermeister von der EU-Kommission als Umsetzungsinstrument für die Erstellung der Aktionspläne für nachhaltige Energie (SEAP – Sustainable Energy Action Plan) gewürdigt und wird seit mittlerweile fast 20 Jahren von zahlreichen Kommunen als ergänzendes Arbeitsinstrument zu Energie- und Klimaschutzthemen eingesetzt.

Die Stadt Herdecke hat im Jahr 2013 die Teilnahme an dem Qualitätsmanagementsystem und Zertifizierungsverfahren beschlossen. Im Dezember 2014 ist der Zuwendungsbescheid ergangen. Das Verfahren wird seitdem durch den eea-Berater Jörg Ackermann, der Gertec GmbH Ingenieurgesellschaft, begleitet. Die Stadt Herdecke hat entsprechend der Vorgaben zum Prozess ein verwaltungsinternes Energieteam aufgestellt.

Die Kick-off Veranstaltung fand am 18. Juni 2015 statt. Am 17. November 2015 wurde ein erster Workshop zum Energiepolitischen Arbeitsprogramm (EPAP) und zur Dokumentation der Ist-Analyse im Tool durchgeführt. Am 22. Januar 2016 konnte das erste interne Audit abgeschlossen werden. Am 9. Juni 2016 wurde das erste EPAP im Ausschuss für Umwelt und Klima vorgestellt. Seitdem wurden weiter interne Audits durchgeführt und das EPAP überarbeitet. Ein wichtiger Punkt hierbei war die Detailarbeit an den spezifischen Verbrauchszahlen der kommunalen Gebäude.

Die Bewertung des energie- und klimapolitischen Status einer Kommune erfolgt anhand einer Punkteverteilung auf folgende sechs Handlungsfelder (HF):

  • Entwicklungsplanung, Raumordnung (HF1)
  • Kommunale Gebäude, Anlagen (HF2)
  • Versorgung, Entsorgung (HF3)
  • Mobilität (HF4)
  • Interne Organisation (HF5)
  • Kommunikation, Kooperation (HF6)

Bei Erreichen von mindestens 50 Prozent der möglichen Punkte hat die Stadt die Möglichkeit, sich mit dem European Energy Award® auszeichnen zu lassen. Bei einer Zielerreichung von mindestens 75 Prozent kann der Stadt der European Energy Award® Gold verliehen werden.

Die Stadt Herdecke hat beim letzten Internen Audit im Jahr 2018 folgende Punktezahl erreicht:

Die Anzahl der möglichen Punkte wurde von der maximalen Punktzahl 500 um 101 Punkte reduziert. Dies ist im Wesentlichen auf noch ausstehende Informationen, rechtliche Grundlagen der Bundesrepublik Deutschland und des Landes Nordrhein-Westfalen, den Ausgleich von Nachteilen kleiner Kommunen im Vergleich mit größeren Kommunen und fehlende Potenziale zurückzuführen.

Insgesamt wurden (Stand 2018) von der Stadt Herdecke 217 Punkte und somit 54,5 Prozent durch die bereits umgesetzten Maßnahmen erreicht. Bereits geplante Maßnahmen fließen nicht in die Endbewertung mit ein, sie sind jedoch in den Beschreibungen und Bewertungen der einzelnen Handlungsfelder beschrieben und bewertet.

Im Dezember 2018 läuft die Förderphase zum EEA für Herdecke aus und deshalb wird die Arbeit der Stadtverwaltung zum Projekt im Oktober nun durch einen externen Gutachter des TÜVNord erstmalig geprüft werden.

 

Der gesamte EEA-Bericht sowie das Energiepolitische Arbeitsprogramm für Herdecke stehen hier als Dwonload zur Verfügung:

> Download EEA-Bericht

> Download Energiepolitisches Arbeitsprogramm

Hinweise zum EPAP

Eine grundlegende Voraussetzung zum Vergleich verschiedener Kommunen ist ein einheitliches Zertifizierungssystem. Deshalb gibt es für das EPAP eine fest vorgegebene Struktur anhand derer der TÜVNord die Bewertung durchführen wird. Der Aufbau der Tabelle zum Arbeitsprogramm richtet sich deshalb nach einem festen Maßnahmenkatalog, der durch das EEA®-Programm vorgegeben ist. Die Arbeitsprogramme zum EEA® werden möglichst einheitlich gestaltet, um eine gute Vergleichbarkeit zu gewährleisten. Der TÜVNord prüft in jeder Teilnehmerkommune als Kriterium der Punktevergabe diesen nummerierten Maßnahmenkatalog ab.

So gibt es neben der Unterteilung in die sechs Handlungsfelder auch feste Vorgaben zu möglichen Maßnahmenbereichen in denen die Stadtverwaltungen aktiv werden können. Diese sind in den ersten beiden Spalten des EPAP abzulesen („Maßnahmennummer“ und „Maßnahmentitel“).

Innerhalb dieser Vorgaben können Städte individuelle Maßnahmen aufführen. Die für Herdecke durch das Energieteam festgelegten Projekte finden sich deshalb in der Spalte „Beschreibung der Maßnahmen“ wieder. Die weiteren Spalten geben eine Übersicht zu Zeitabläufen, internen Zuständigkeiten oder auch möglichen Kosten einzelner Maßnahmen. So wurden z.B. die einzelnen Prioritäten aus der vierten Spalte durch das Energieteam zuvor in einem Abwägungsprozess festgelegt.

Grundsätzlich ist zu bemerken, dass das EPAP lediglich eine grobe Richtschnur für die Umsetzung von Klimaschutzprojekten darstellt und je nach Maßnahmenart oder Höhe der möglichen Kosten weitere Beschlüsse durch Fachausschüsse oder den Rat der Stadt notwendig sind.

 

Bereits umgesetzte Projekte:

Die Stadt Herdecke ist Mitglied im Klima-Bündnis e.V.

Als Mitglied des Klima-Bündnisses e.V. hat sich die Stadt Herdecke verpflichtet, zu einer kontinuierlichen Verminderung von Treibhausgasemissionen beizutragen. Ziel ist es, den CO2-Ausstoß alle fünf Jahre um zehn Prozent zu reduzieren. Dabei soll der wichtige Meilenstein einer Halbierung der Pro-Kopf-Emissionen (Basisjahr 1990) bis spätestens 2030 erreicht werden.

Langfristig streben die Klima-Bündnis-Städte und Gemeinden eine Verminderung ihrer Treibhausgasemissionen auf ein nachhaltiges Niveau von 2,5 Tonnen CO2-Äquivalent pro Einwohnerin bzw. Einwohner und Jahr durch Energiesparen, Energieeffizienz und durch die Nutzung erneuerbarer Energien an.

Dieses Ziel erfordert allerdings das Zusammenwirken aller Entscheidungsebenen (EU, Nationalstaat, Regionen, Gemeinde), es kann nicht durch Maßnahmen im Entscheidungsbereich der Gemeinde allein erreicht werden.

Unter www.klimabuendnis.org finden Sie weitere Informationen zum Thema.

 

Energie-Spar-Contracting

Das 2001 mit den Vertragspartnern Mark-E und DEW21 gegründete „Herdecker Modell" zur Einsparung von Energie und zur Reduzierung von Schadstoffen ist seit dieser Zeit sehr erfolgreich. Damit hat die Stadt Herdecke ein wichtiges Teilziel bei der Umsetzung des Klimabündnisses erreicht, weil die darin geforderte Nachhaltigkeit ganz wesentlich den sparsamen Umgang mit fossilen Brennstoffen und die Verringerung von Schadstoffemissionen voraussetzt.

 

E-Fit-Woche

Auf Initiative der Agenda führte die Herdecker Stadtverwaltung gemeinsam mit der Energieagentur NRW eine gezielte Fitness-Kur gegen Energieverschwendung durch. Ziel dieser Aktion ist unter anderem die Kostenentlastung der Kommune durch dauerhafte Senkung des Energieverbrauches.