Städtebauliches Entwicklungskonzept „Herdecke Mitte“ - Stadtumbau West

In vielen Städten der alten Bundesländer zeichnet sich ein wirtschaftlicher und demografischer Strukturwandel ab. Die Kommunen stehen vor der Herausforderung, auch städtebaulich auf diese Entwicklung reagieren zu müssen. Das Bund-Länder-Förderprogramm Stadtumbau West unterstützt Kommunen bei der Bewältigung dieses Strukturwandels. Mit dem Programm wird Städten in den alten Bundesländern dabei geholfen, sich frühzeitig auf die notwendigen Anpassungsprozesse einzustellen. Ziel ist die Herstellung nachhaltiger städtebaulicher Strukturen auf der Grundlage von städtebaulichen Entwicklungskonzepten.

Der Startschuss für den Stadtumbau West in Herdecke fiel 2001 mit einem städtebaulichen Wettbewerb zur Umnutzung einer gewerblichen Brachfläche am Bahnhof. In Folge dessen wurde 2004 der erste Zuwendungsbescheid für die Maßnahme "Bahnhof Herdecke" (Wohnbebauung am Alten Steinbruch in Verbindung mit dem neuen Zentralen Omnibusbahnhof ZOB) bewilligt.

Seit Anfang 2006 wurde im Rahmen der Entwicklung des ehemaligen Westfalia-Geländes die Entwurfswerkstatt "Neues Stadtquartier an der Ruhr" sowie die Weiterentwicklung der daraus gewonnenen Ergebnisse zum Masterplan "Neues Stadtquartier an der Ruhr" durch die Förderbehörde mitgetragen. Ebenso wie am Bahnhof, galt es hier für eine Gewerbebrache ein neues Nutzungskonzept zu finden. Der Masterplan wurde Ende 2006 beschlossen.

Die Neuregelung der Städtebauförderung im Baugesetzbuch 2004 und die Neuaufnahme des Westfalia-Geländes und daran angrenzende Bereiche in das Förderprogramm hatte zur Folge, dass ein integriertes Handlungskonzept aufgestellt werden musste, in dem alle Teilmaßnahmen zusammengeführt wurden und eine räumliche Abgrenzung des Stadtumbaugebiets als Grundlage für die Förderung notwendig wurde. Basierend auf dem bestehenden Masterplan "Neues Stadtquartier an der Ruhr" und den Entwicklungszielen für das Projekt "Bahnhof Herdecke" wurde das Stadtentwicklungskonzept "Herdecke Mitte" 2007 erstellt und beschlossen.

Im Rahmen der Planung der einzelnen Teilmaßnahmen wurden die Öffentlichkeit sowie die Behörden und sonstige Träger öffentlicher Belange umfangreich beteiligt und durch die Zusammenführung der Teilmaßnahmen in das Stadtentwicklungskonzept ein abgewogenes Gesamtplanungskonzept erarbeitet. Im Rahmen der weiteren Entwicklung auf dem Westfalia-Gelände, insbesondere im Hinblick auf die Einzelhandelssituation, fand eine umfangreiche und detaillierte Untersuchung der Innenstadt statt. Dabei trat zu Tage, dass bezüglich des Zustands der Fußgängerzone und den angrenzenden Einzelhandelslagen dringender Handlungsbedarf besteht und es einer Leitidee für die zukünftige Entwicklung der Fußgängerzone und der Einzelhandelslage "untere Hauptstraße" bedarf. Die Revitalisierung der Fußgängerzone kann dabei nicht losgelöst von den anderen Stadtumbaumaßnahmen betrieben werden. Es ist ein ganzheitlicher Ansatz notwendig, der eine räumliche und funktionale Vernetzung der bestehenden Innenstadt mit den zu entwickelnden Gebieten (Bahnhof und ehemaliges Westfalia Gelände) sicherstellt.

Durch die 1. Fortschreibung des Stadtentwicklungskonzepts "Herdecke Mitte" wurde das Stadtumbaugebiet um den Bereich der Fußgängerzone erweitert sowie eine Aktualisierung der Daten und Dokumentation des Umsetzungsstands vorgenommen.