Umgestaltung der Herdecker Fußgängerzone

Im Jahr 1987 wurde die Umgestaltung des damaligen Teilabschnittes der Bundesstraße zu einer Fußgängerzone abgeschlossen. 30 Jahre nach Erstellung entsprachen einige Gestaltungselemente nicht mehr den heutigen Bedürfnissen und führten aufgrund aktueller Vorschriften zu Problemen bei der Marktnutzung und den Veranstaltungen in der Fußgängerzone.

 

Ausstattungselemente wiesen Schäden auf, wirkten unansehnlich oder wurden aus der Produktion genommen, sodass keine Ersatzteile mehr zur Verfügung standen. Besonders die Hochbeete und deren Lage stellten aufgrund der erforderlichen Rettungswege ein Problem dar. Dazu waren die Einfassungen der zu engen Beete durch den Wurzeldruck der Bäume geschädigt und hätten vergrößert werden müssen. Die ohnehin schon beengten Platzverhältnisse schlossen dies in der Fußgängerzone aus.

 

 

 

Zur Vorstellung erster Entwürfe der geplanten Aufwertung kamen im Oktober 2015 auf Einladung der Verwaltung rund 40 interessierte Bürgerinnen und Bürger in den Ratssaal. Nach einer kurzen Einführung durch Bau- und Planungsamtsleiter Daniel Matißik stellten Martin Richard vom Planungsbüro dtp und Uwe Knappschneider vom Büro Licht-Raum-Stadt-Planung ihre Ideen vor.

 

Das Ziel: mit punktuellen Maßnahmen eine möglichst positive Wirkung erzielen. Zunächst fasste Martin Richard die aktuelle Situation im Rahmen einer Bestandsanalyse zusammen. Prägnant an der Herdecke Fußgängerzone sind nach Ansicht der Planer die vielen angeschlossenen Gassen und Treppen, die kleinteilige Architektur und die vielen Brunnen. Die Laufzonen sollen konturiert und die Multifunktionalität erhöht werden.

 

Besonders die Brunnen bieten sich für Illuminationen an. „Wir möchten auch den Blick in die Tiefe schärfen“, so Uwe Knappschneider, der zudem unterstreicht, wie wichtig die Abstimmung der Einzelhändler hinsichtlich der Ein- und Abschaltzeiten ihrer Schaufensterbeleuchtung ist. Denn auch das sogenannte kommerzielle Licht trägt wesentlich zum optischen Erscheinungsbild einer Fußgängerzone bei.

 

 

Dem zunehmenden Radtourismus wurde durch dezentrale Abstellmöglichkeiten in Form von Fahrradbügeln entsprochen. Neue Sitzmöglichkeiten und eine weitere Spielgelegenheit für Kinder sollen zu einem Aufenthalt einladen.

 

Immer wieder – so auch in der Informationsveranstaltung – wird die Frage nach einer Öffnung der Fußgängerzone für den PKW-Verkehr gestellt. „Da kann ich Ihnen nur von abraten“, lautet die klare Antwort von Martin Richard, der in unmittelbarer Nähe ausreichend Parkplätze sieht und auch die Anbindung an den ÖPNV als sehr gut erachtet.

 

Die Aufwertung der Herdecker Fußgängerzone startete im Frühjahr 2016. In einem ersten Schritt wurden die beschädigten Hochbeete zurück gebaut und die darin befindlichen Bäume entsprechend umgepflanzt. Sie alle haben einen neuen Standort im Stadtgebiet gefunden.

 

Im Frühjahr 2017 wurden Hopfenbuchen in neue bodenbündige Baumbeete gepflanzt. Diese Beete haben so genannte Baumroste als Abdeckungen, die den Vorteil mit sich bringen, dass der Liefer- und Rettungsverkehr im Bedarfs- bzw. Notfall über sie hinwegfahren kann. Diese Roste sind bereits auf dem Kampsträter Platz und am Bahnhofsvorplatz eingesetzt worden. Vorbereitend wurden die Beete ausgehoben, damit die Hopfenbuchen einen geeigneten Platz erhalten. „Diese heimische Baumart ist bisher nicht allzu verbreitet“, erklärt Michael Rösner aus der Abteilung Umwelt & Freianlagen aus dem Technischen Rathaus. „Die Hopfenbuche hat sich als besonders resistent gegenüber Krankheiten und Klimaeinflüsse erwiesen“, begründet er die Wahl der Bäume.

Im Zuge der Baumpflanzung wurden ebenso Bänke und Mülleimer erneuert. Auf Wunsch der Bürgerinnen und Bürger wurde der Anteil der Bänke mit Lehne zugunsten der Hockerbänke erhöht. Als besonderes Element sticht die neue Rundbank am Viehmarktbrunnen heraus.

 

Ein weiteres Highlight tritt erst in den Abendstunden in Erscheinung: Die illuminierten Handläufe an den drei Zugängen zum Bachviertel und dem Kirchplatz erhöhen die Aufenthaltsqualität und Verkehrssicherheit auf den Sandsteinstufen. 

 

 

Die Präsentationen der Planungsbüros aus der Bürgerinformation aus dem Jahr 2015 können Sie hier Ansehen, Herunterladen oder Ausdrucken:

 

- Gesamtplan (Stand 2015)

 

- Präsentation von dtp, Martin Richard (Stand 2015)

 

- Präsentation von Licht-Raum-Stadt-Planung, Uwe Knappschneider (Stand 2015)