Die Planungen für das ehemalige Westfalia-Gelände

Die Planungen auf dem ehemaligen Westfaliagelände laufen seit dem Weggang des Unternehmens im Jahre 2003. Auf diesen Seiten möchten wir Ihnen einen Überblick über die bisher erfolgten und umgesetzten Planungsschritte sowie die noch folgenden Etappen geben.

 

Das Gelände

Das Gesamtgrundstück (inklusive Ruhrvorland) ist circa 100.000 qm groß.

Mit einer Druckerei und einer Blaufärberei begann vor mehr als 190 Jahren die wirtschaftliche Nutzung des Grundstücks. Der Unternehmer Heinrich Habig erweiterte das Familienunternehmen auf einen Großbetrieb mit weltweiten Geschäftsbeziehungen und 1.600 Mitarbeitern.


Als 1966 das Familienunternehmen die Produktion aufgab, startete noch im selben Jahr die Westfalia-Separator AG ihre Herstellung von Produkten rund um die Melktechnik. Bis zur Schließung des Standortes im Jahre 2003 erweiterte und modernisierte die unter neuem Namen tätige Westfalia-Surge AG den Betrieb in Herdecke und beschäftigte zuletzt noch mehr als 400 Personen.

 

Die Planung in drei Schritten

Teil 1

Die Stadt Herdecke ist seit Dezember 2009 im Besitz von 30.000 Quadratmetern Ruhrvorland (roter Bereich) sowie 5.000 Quadratmetern (blauer Bereich), die sie zum Zwecke der Erschließung (Straßenbau) mit Hilfe von Fördergeldern von GEA gekauft hat. Die Westumgehung ist derzeit in der Bauphase und wird kurzfristig fertig gestellt sein.

Teil 2

Die Kräling Grundstücksgesellschaft mbH hat im ersten Halbjahr 2010 knapp 24.000 Quadratmeter von der GEA Real Estate (ehemals Westfalia-Surge) gekauft. Hier ist das Quartier Ruhr-Aue entstanden. Am 06. Dezember 2012 eröffneten die ersten Geschäfte. Eine gesunde Mischung aus Einzelhandel, Dienstleistungen, Gastronomie und Wohnen wurde hier in architektonisch sehr ansprechender Art und Weise verwirklicht.

Teil 3 - Wohnen am Fluss ist in greifbarer Nähe

Im hinteren und dritten Teil des Areals soll das „Wohnen am Fluss" verwirklicht werden. Und zwar so, dass es zu Herdecke passt. „Das Planungsamt hat sich dafür selbständig auf die Suche nach Investoren gemacht", beschreibt Bürgermeisterin Dr. Katja Strauss-Köster bei der Informationsveranstaltung im März. Denn das Grundstück gehört nicht der Stadt, sondern der GEA-Group (ehemals Westfalia-Surge).

„Wir wünschen uns eine aufgelockerte Bebauung mit wesentlich weniger Wohneinheiten und eine Bebauungsstruktur die sich zur Ruhr hin öffnet", erläutert Daniel Matißik, Leiter des Planungsamtes, die städtebaulichen Ziele. Im ursprünglichen Masterplan waren noch 450 Wohneinheiten vorgesehen. Die Bebauungsdichte ist nunmehr deutlich reduziert. „In etwa 200 Wohneinheiten sind vorgesehen", so der Leiter des Planungsamtes. Und dies mit einem interessanten Mix verschiedener Wohnformen. Das Konzept sieht neben Mehrfamilienhäusern, Doppel- und Reihenhäuser auch freistehende Einfamilienhäuser vor. „Ganz wichtig war uns Planern die Realisierung von Sichtachsen innerhalb des Quartiers", beschreibt der 38-Jährige.

 

Das vorgestellte Konzept sieht im südlichen Bereich des Plangebietes Stadthäuser vor. Im mittleren Bereich sind Einfamilien- und Mehrfamilienhäuser geplant. Im nördlichen Bereich der Fläche schließen Reihenhäuser und Doppelhäuser an den Bestand an. Nach Osten bilden drei Mehrfamilienhäuser den Anschluss an das Quartier Ruhr-Aue. „Insgesamt fußt der Entwurf auf einem robusten Gerüst und lässt sich flexibel umsetzen", beschreibt Daniel Matißik die Vorteile der vorgestellten Planungen.

 

In Herdecke investieren möchte die Firma NCC. Der Projektleiter, Roger Baumgart, stellte sich den Herdeckerinnen und Herdeckern vor und machte ohne Umschweife deutlich, „dass dieses Grundstück ein Alleinstellungsmerkmal hat".

Das Interesse der Firma NCC sei vor allem in der tollen Lage begründet. Der potenzielle Investor möchte sowohl Doppel- als auch Reihenhäuser sowie Stadtvillen bauen und an die zukünftigen Eigenheimbesitzer verkaufen. Der Grundstückseigentümer, die GEA-Group, möchte die Grundstücke für die geplanten Einfamilienhäuser gerne selbst vermarkten.

Ein möglicher Zeitplan zur Umsetzung der Pläne sieht nun vor, dass die Verhandlungen mit Grundstückseigentümer und Investor in diesem Jahr intensiviert werden, so dass im Frühjahr 2014 ein entsprechender Bebauungsplan vom Rat der Stadt verabschiedet werden kann. Am Mittwoch, den 03. Juli 2013 fand die offizielle "Frühzeitige Öffentlichkeitsbeteiligung" nach Baugesetzbuch statt. Mehr Infos dazu gibt es hier.

Die Präsentation der Informationsveranstaltug aus März 2013 mit den Plänen zum Ansehen, Ausdrucken oder Herunterladen gibt es hier.

Die Präsentation der "Frühzeitigen Öffentlichkeitsbeteiligung" vom 03. Juli 2013 gibt es hier. Auch das Protokoll der Versammlung haben wir hier für Sie zum Herunterladen, Ansehen oder Ausdrucken bereit gestellt.

Der Rat der Stadt hat in seiner letzten Sitzung des Jahres am 17. Dezember 2013, eine Woche vor Heiligabend, die Offenlage der 12. Änderung des Flächennutzungsplanes sowie den Bebauungsplan Nr. 72 „Westfalia“ Teil III beschlossen und damit die Weichen für das „Wohnen am Fluss“ gestellt. Die Beschlussvorlage sowie sämtliche Anlagen dazu (Flächennutzungsplan, Bebauungsplan, Begründungen, etc.) gibt es hier im Ratsinformationssystem auf der städtischen Homepage  zum Ansehen, Ausdrucken oder Herunterladen.

Die Offenlage der Pläne fand statt in der Zeit vom 22. Januar bis 21. Februar 2014 statt. Hier geht es zur Öffentlichen Bekanntmachung.

Der Bebauungsplan Nr. 72 „Westfalia“ Teil III sowie die 12. Änderung des Flächennutzungsplanes wurde in der gemeinsamen Sitzung der Ausschüsse für Bauen und Planen sowie Umwelt, Klima und Verkehr empfehlend beschlossen.

Der Rat der Stadt hat nun in seiner Sitzung am 03. April 2014 den Bebauungsplan Nr. 72 „Westfalia“ Teil III mehrheitlich beschlossen und damit Planungsrecht für eine wohnbauliche Folgenutzung im Westen des Areals geschaffen. Die Beschlussvorlage sowie sämtliche Anlagen dazu gibt es hier im Ratsinformationssystem auf der städtischen Homepage zum Ansehen, Ausdrucken oder Herunterladen.

Auch ein städtebaulicher Vertrag wurde beschlossen. Hier im Ratsinformationssystem erhalten Sie mehr Informationen zum Vertrag.

Zusammenfassung der Chronologie

2003:

Westfalia Surge kündigt die Aufgabe des Standorts Herdecke und den Umzug nach Bönen an. Dies bedeutet gleichzeitig den Verlust von 450 Arbeitsplätzen.

Frühjahr 2005:

Endgültige Räumung des Geländes durch Westfalia Surge

Januar 2006:

Entwurfswerkstatt mit namhaften Städtebauern und Freiraumplanern findet statt. Danach gibt es eine öffentliche Präsentation in der Fliegerhalle. Das niederländische Siegerteam erstellt einen Masterplan, der anschließend mit Blick auf das städtische Planungsrecht überarbeitet wird.

November 2008:

Die Stadt stellt den Investor Rosco Centermanagement vor. Der Geschäftsführer R.W. Pinno kündigt nuancierte Veränderungen (u.a. deutlich weniger Wohnungen) zum Masterplan an.

Dezember 2009:

Die Stadt unterschreibt die Kaufverträge für die Straße und das Ruhrvorland und sichert sich so Fördergelder aus Arnsberg.

2009 / 2010:

Der Investor Rosco entwickelt aus der ehemaligen Hertie-Immobilie das Mühlencenter, zieht sich aber aus den Westfalia-Planungen zurück.

2010:

Die Rudolf Kräling Grundstücksgesellschaft kauft rund ein Drittel des Areals von GEA (Bebauungsplan Teil II) und möchte auf 24.000 Quadratmetern ein Kaufhaus, eine Seniorenresidenz, ein Supermarkt sowie Gastronomie und Einzelhandel realisieren.

Juli 2010:

Die frühzeitige Öffentlichkeitsbeteiligung findet in der Fliegerhalle auf dem Westfalia-Gelände statt. Darin stellt der Investor, die Kräling Grundstücksgesellschaft, ihre Pläne den Herdecker Bürgerinnen und Bürgern vor.

Herbst 2010:

Start der Rückbau- und Abbrucharbeiten auf dem Westfalia-Gelände.

Dezember 2010:

Die Bürgermeisterin informiert gemeinsam mit ihren Kolleginnen und Kollegen aus der Verwaltung im ungezwungenen, offenen Dialog im Rathaus-Foyer.

Januar 2011:

Beginn der Erneuerung der Wetterstraße.

Februar 2011:

Der Regierungspräsident Dr. Gerd Bollermann besucht Herdecke und informiert sich über die Planungen.

März 2011:

Die Stadt Herdecke hat zu einer Bürgerinformation in den Ruhrfestsaal eingeladen. Die Resonanz war überwältigend, weit mehr als 600 Herdecker Bürgerinnen und Bürger sind an dem Abend erschienen.

April 2011:

Der Rat der Stadt beschließt die Offenlage der siebten Änderung des Flächennutzungsplanes und Aufstellung des Bebauungsplanes Nr. 72 "Westfalia" Teil II sowie des Zentrenkonzeptes mit räumlicher Abgrenzung der Versorgungsbereiche und Festlegung der Einzelhandelssortimente.

Juni 2011:

Die fünfwöchige Offenlage ist vorbei. Insgesamt haben 54 Personen die Möglichkeit der Beteiligung genutzt. Aktuell laufen Verhandlungen zwischen dem Grundstückseigentümer und Investor, der Rudolf Kräling Grundstücksgesellschaft und der Stadt Herdecke, über einen städtebaulichen Vertrag. Die Mühlenstraße soll bereits 2012 fertig gestellt sein.

September 2011:

Der Rat der Stadt hat die Beschlüsse zum geplanten Quartier Ruhr-Aue mit knapp einer zwei-drittel Mehrheit gefasst.

Dezember 2011:

Der Grundstein für das Quartier Ruhr-Aue wurde feierlich gelegt.

August 2012:

Richtfest im Quartier Ruhr-Aue

Dezember 2012:

Der Grundstein für das neue Pflegeheim des GVS wurde gelegt.

Die ersten Geschäfte im Quartier Ruhr-Aue eröffneten am Nikolaustag, den 06. Dezember.

Erstes Märzwochenende 2013:

Weitere Geschäfte und das Café Extrablatt öffnen und die Promenade wird mit den ersten Sonnenstunden des Jahres von den Bürgerinnen und Bürgern prächtig angenommen.

19. März 2013:

Info-Veranstaltung der Stadt Herdecke über die Planungen im Teil III des Westfaliageländes. Hier sollen Einfamilien-, Reihen-, Doppel- und Mehrfamilienhäuser entstehen.

03. Juli 2013:

Frühzeitige Öffentlichkeitsbeteiligung nach Baugesetzbuch

17. Dezember 2013:

Offenlagebeschluss des Rates der Stadt

22. Januar bis 21. Februar 2014:

Offenlage der Pläne

25. März 2014:

Empfehlender Beschluss der Ausschüsse für Bauen und Planen sowie Umwelt, Klima und Verkehr

03. April 2014:

Der Rat der Stadt hat den Bebauungsplan Nr. 72 „Westfalia“ Teil III mehrheitlich beschlossen und damit Planungsrecht für eine wohnbauliche Folgenutzung im Westen des Areals geschaffen. Auch ein städtebaulicher Vertrag wurde beschlossen.

Juli 2014:

Die neue Grünanlage ist im ersten Bauabschnitt fertig gestellt.

06. November 2014:

Spatenstich für das Projekt "Wohnen am Fluss"

18. Dezember 2014:

Einweihung der Westfalia-Galerie: Fünf große Tafeln informieren Bürgerinnen und Bürger sowie Gäste

März 2015

Der Rat der Stadt beschließt die Straßennamen "Stoffdruckerweg", "Meinrad-Miltenberger-Weg" und die Weiterführung als "Mühlenstraße"

April 2016

Freigabe des Ruhrvorlandes

Frühjahr 2016

Die ersten Wohnungen im Neubaugebiet an der Ruhr sind bezogen.

August 2017

Enthüllung des Denkmals zur Wirtschaftsgeschichte am Mühlengraben