„Im Alter nicht allein sein"

Das Projekt „Seniorenbegleitung“ wurde im Jahre 2010 ins Leben gerufen und ist seitdem sehr erfolgreich. „Im Alter nicht allein sein" - unter diesem Motto sind engagierte Bürgerinnen und Bürger in Herdecke ehrenamtlich tätig. Sie sorgen für ein lebendiges Miteinander der Generationen. Die Stadt Herdecke bildet so genannte Seniorenbegleiterinnen und –begleiter aus, die sich um alleinstehende Menschen kümmern, die noch nicht pflegebedürftig sind, um diese vor der drohenden Vereinsamung zu bewahren.

 

Die Zahl der alleinstehenden Seniorinnen und Senioren wächst auch in Herdecke und in vielen Fällen fehlt es an familiärem Rückhalt. Gerade Mitbürgerinnen und Mitbürger im Alter brauchen besondere Personen, die sie unterstützen, die ihnen Zeit schenken, ihnen zuhören, sie im Alltag begleiten und Anteil an ihrem Leben nehmen. Ziel ist es, älteren Bürgerinnen und Bürgern ein paar Stunden Abwechslung in ihren Alltag zu bringen. Wohlgemerkt, es geht hierbei nicht um Pflege oder Versorgung, es geht um Zeit - Zeit für ein persönliches Gespräch, Zeit für die Begleitung beim Einkaufen, zum Vorlesen oder Zeit, um in einem gemütlichen Café zusammen zu sitzen und eine nette Unterhaltung zu führen. Menschliche Nähe, ein geduldiges Ohr oder auch mal ein zünftiger Skat sind gefragt.

 

Notwendig ist eine achtwöchige Ausbildung zur Seniorenbegleiterin bzw. zum Seniorenbegleiter. Zusammengefasst beinhaltet die Ausbildung neben der Auseinandersetzung mit dem eigenen Alterungsprozess in sechs Schulungsveranstaltungen die Themen: Einschätzung der persönlichen Fähigkeiten und Erfahrungen, Gesprächsführung und Biographiearbeit sowie Umgang mit Demenz und einen Überblick über Alterserkrankungen und die Besonderheiten der altersspezifischen Ernährung. Ferner werden gesetzliche Regelungen vorgestellt und grundsätzliche Informationen über Hilfen im Alter, Krankenbetreuung und Sterbebegleitung vermittelt.

Auch ein Besuch beim Deutschen Roten Kreuz in Herdecke stand auf dem Stundenplan. In dem eintägigen Erste-Hilfe-Kurs frischten die Teilnehmerinnen und Teilnehmer nicht nur ihr Wissen auf, sondern konnten noch eine Menge Besonderheiten dazu lernen. „Das DRK hat diesen Kurs kostenlos für uns zur Verfügung gestellt“, lobt Birgit Krause von der städtischen Seniorenberatung und bedankt sich gleichzeitig auch bei dem Forschungsinstitut Technologie und Behinderung aus Wetter, die an einem Tag ihre Türen für die Kursteilnehmerinnen und -teilnehmer öffneten.

Des Weiteren wird den Kursteilnehmern schon während der Fortbildung ermöglicht, Einblicke in die Praxis zu bekommen oder bei der einen oder anderen Einrichtung zu hospitieren. So waren die Kursteilnehmer unter anderem zu Gast bei den Fachleuten für senioren- und behindertengerechtes Wohnen des FTB in Wetter-Volmarstein. Nach der Schulung erhalten die Teilnehmerinnen und Teilnehmer ein Zertifikat und werden in der Folge bei den Senioren eingesetzt. Die ersten Besuche werden noch begleitet.