Der Marktschwärmer-Wochenmarkt möchte frische Lebensmittel von lokalen Erzeugern direkt nach Hause liefern

Symbolfoto: Info.
Symbolfoto: Info.

Immer mehr Menschen wollen wissen, was in ihren Lebensmitteln steckt, wo sie herkommen und wer sie herstellt. Was liegt da näher, als die Erzeuger während des Einkaufs einfach persönlich danach zu fragen? Die Marktschwärmer-Idee macht’s möglich.

Die „Marktschwärmerei Hagen Herdecke“ wurde im April von Nicole Grote gegründet. Sie wird am 01. Juli 2020 offiziell eröffnet. “Kleine ökologische Betriebe der Landwirtschaft zu stärken, bringt nicht nur gesunde Lebensmittel zu den Menschen, sondern auch eine gute Portion Nächstenliebe in die Gesellschaft”, so die dreifache Mutter und freiberufliche Grafikdesignerin über ihre Beweggründe, Gastgeberin einer Schwärmerei zu werden. Nach wochenlanger Vorbereitung wird sie den wöchentlichen Markt organisieren und so dafür sorgen, gute Lebens­mittel aus der Region direkt in die Nachbarschaft zu bringen – und die Bauern gleich mit. So die ursprüngliche Vorgehensweise. Doch auch aktuell ist die Marktschwärmer in der Lage, die Menschen weiterhin zu versorgen. Abholen oder liefern lassen.

Marktschwärmer schafft eine direkte Verbindung zwischen den Erzeugern und Verbrauchern einer Region: Die Kunden bestellen bequem im Onlineshop ihrer Schwärmerei auf www.marktschwärmer.de. Unter normalen Umständen kommen Kunden und Erzeuger in der Woche für zwei Stunden in der Schwärmerei vor Ort zusammen, um die Bestellungen persönlich zu übergeben. Aktuell werden die Bestellungen von der Gastgeberin vorgepackt und vom Kunden nur noch mitgenommen. Dies kann einzeln und mit ausreichend Abstand zueinander erfolgen.

Standort des Feierabendmarktes in Herdecke ist das Café Erste Sahne, Hauptstraße 44. Marktzeit: Mittwochs, 18.00 - 19.00 Uhr. Alternativ bietet Nicole Grote über die Zeit der Krise eine kostenlose Lieferung für Menschen der Risikogruppe an.

Die Lebensmittel stammen ausschließlich von bäuerlichen Erzeugern, Lebensmittel-Handwerkern und kleineren Manufakturen aus der Region. Im Durchschnitt liegen zwischen Herstellungsort und Schwärmerei nicht mehr als 27 km Transportweg. Zum Sortiment gehören Obst und Gemüse, Fleisch und Wurstwaren, Brot, Honig, Käse und Molkereiprodukte sowie ausgewählte Feinkostwaren. Die allermeisten Produkte sind bio-zertifiziert oder unter selbigen Bedingungen erzeugt!

In der Schwärmerei handeln Erzeuger und Verbraucher direkt miteinander: Der Kunde bezahlt seinen Warenkorb direkt nach der Be­stellung online. Der Erzeuger gibt von seinem Nettoumsatz 8,35 % an den Gastgeber für die Organisation der Schwärmerei und 10 % an Marktschwärmer für die Bereitstellung der Plattform ab. Der Großteil der Einnahmen bleibt mit 81,65 % beim Erzeuger.

Marktschwärmer erleichtert gerade kleineren Erzeugerbetrieben den Zugang zu Kunden, die Wert auf Qualität und Nachhaltigkeit in ihrem Einkaufskorb legen: Die Erzeuger bestimmen die Preise für ihre Produkte selbst - weil sie selbst am besten wissen, was ein fairer Preis für ihre Arbeit und ist. Dank der Vorbestellung über den Onlineshop kann der Erzeuger exakt planen und vermeidet unnötige Kühl-, Transportkosten und die Verschwendung verderblicher Ware.

Die Mitgliedschaft in einer Schwärmerei ist für Kunden flexibel: Es gibt weder Mitgliedsbeiträge noch Mindestumsatz oder Bestellpflicht. Jeder Kunde kann bei bis zu drei Schwärmereien in seiner Nähe Mitglied sein. Am meisten schätzen Marktschwärmer-Mitglieder aber, dass sie die Herkunft ihrer Lebensmittel direkt nachvollziehen können. Der persönliche Kontakt mit den Erzeugern schafft Vertrauen in die Qualität der Produkte und ein gutes Gefühl der Gemeinschaft. Mit jedem Einkauf bei Marktschwärmer wird die regionale Wirtschaft gefördert. Marktschwärmer heißt Transparenz und fairer Handel - für alle.

Die Idee der Online-Direktvermarktung kommt übrigens aus Frankreich, wo seit 2011 unter dem Namen “La Ruche Qui Dit Oui” (Der Bienenkorb, der Ja sagt) bereits über 800 Schwärmereien entstanden sind. In Deutschland startete das Netzwerk im Herbst 2014.

Quelle: Marktschwärmer Hagen Herdecke.