Einmal Politiker sein und selbst mitgestalten: Schülerinnen und Schüler der Friedrich-Harkort-Schule stellen im Planspiel "Südsicht-Lateinamerika“ Ratssitzungen nach

Debattieren im Rollenspiel über Hochwasserschutz und Trinkwassersysteme: Die Schülerinnen und Schüler der Friedrich-Harkort-Schule im Ratssaal der Stadt Herdecke.
Debattieren im Rollenspiel über Hochwasserschutz und Trinkwassersysteme: Die Schülerinnen und Schüler der Friedrich-Harkort-Schule im Ratssaal der Stadt Herdecke.
Schülerinnen und Schüler der Friedrich-Harkort-Schule bei dem Planspiel "Südsicht-Lateinamerika“.
Schülerinnen und Schüler der Friedrich-Harkort-Schule bei dem Planspiel "Südsicht-Lateinamerika“.

Wasserknappheit, Ernteausfälle, Dürreperioden und Überschwemmungen: Mit diesen schwerwiegenden Problemen setzten sich 44 Schülerinnen und Schüler des Oberstufen Grund- und Leistungskurses Sozialwissenschaften der Friedrich-Harkort-Schule in Herdecke auseinander, als sie in die Rolle von Parlamentariern der fiktiven Gemeinde Selvagalpa in Nicorugoa schlüpften. Im Rahmen des Projektes „Kommunale Klimapartnerschaften“ wagten sie im Herdecker Ratssaal den „klimapolitischen Perspektivwechsel“ und beteiligten sich am Planspiel „Südsicht-Lateinamerika“.

Die Schülerinnen und Schüler stellten sich folgendem fiktiven Szenario: Die Bevölkerung der Kommune ist immer häufiger von Wasserknappheit und Ernteausfällen als Folge von Dürreperioden, Stürmen und unkontrollierbaren Überschwemmungsereignissen mit gefährlichen Erdabrutschen betroffen. Die benachteiligte Landbevölkerung fordert den längst überfälligen Anschluss an das kommunale Trink- und Abwassersystem. Auf dem Land gibt es vielerorts nicht einmal Strom. Innerhalb der Stadt verursacht das mangelhafte Müllentsorgungssystem hygienische und gesundheitliche Probleme. Aufgabe des Stadtrates war es nun zu entscheiden, in welche Projekte das limitierte Haushaltsbudget investiert wird: Hochwasserschutz? Kläranlagen, Trink- und Abwassersystem? Erneuerbare Energien oder Müllentsorgung?

Die Schülerinnen und Schüler debattierten anschließend in einem Rollenspiel im Rat und berieten sich in ihren Fraktionen und in zwei Ausschüssen, dem Haupt- und Finanzausschuss sowie dem Planungs- und Umweltausschuss. Am Ende verabschiedeten sie einen Umsetzungsbeschluss und ein gemeinsames Maßnahmenprogramm für die Kommune. „Wir befanden uns richtig in der Zwickmühle und wussten zuerst nicht genau, welches Problem wir als erstes angehen sollen“, berichtet Schüler Sebastian Fessen. „Die dargestellten Probleme der fiktiven Gemeinde stufe ich als sehr realistisch ein. Es liegt in der Hand der westlichen Welt, diesen Menschen zu helfen“, zieht Schüler Tim Hendrick Busse Bilanz.

Moderiert und begleitet wurden die Schülerinnen und Schüler im Ratssaal dabei von Anja Feige, Johannes Pagel und Mattia de Virgilio von der Landesarbeitsgemeinschaft Agenda 21 NRW e.V. (LAG 21 NRW). Sonja Fielenbach, Beauftragte für die Lokale Agenda bei der Stadt Herdecke, unterstützte die Schülerinnen und Schüler bei der Durchführung des Planspiels.

Das Planspiel „Südsicht-Lateinamerika“ vermittelt ausgewählte klimawandelbedingte ökologische, ökonomische und soziale Problemstellungen und verdeutlicht so den Einfluss des Klimawandels in den Kommunen des Globalen Südens auf ganz konkrete und eindrückliche Weise. Gefördert wird das Projekt von Engagement Global mit ihrer Servicestelle Kommunen in der Einen Welt aus Mitteln des Bundesministeriums für Wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ).