Emily Engel beschützt Kinder in Not

Ein arbeitsintensives Projekt des Herdecker Kinder- und Jugendparlamentes (KiJuPa) geht erfolgreich in die nächste Phase. Rund 70 Unternehmer und Geschäftsleute hatten die Jungparlamentarier in einer ersten Runde angeschrieben, um sie als Partner für ihre „Emily Engel" - Aktion zu gewinnen. Bereits über 20 von ihnen haben die Partnerschaft per Unterschrift zugesagt. Stellvertretend für alle weiteren Partner hat jetzt die Buchhandlung Herdecke den Emily Engel - Aufkleber und das Plakat in sein Schaufenster gehängt.
In Arbeitskreistreffen und Sitzungen beschäftigt sich das KiJuPa immer wieder mit der Frage: „Was macht eine Stadt kinderfreundlich?" Eine Antwort darauf lautet: „Kinder müssen sich in ihrer Stadt sicher fühlen und wissen, dass ihnen jemand hilft und sie beschützt, wenn sie Angst haben oder in eine bedrohliche Situation geraten", so Parlamentssprecherin Lea Grams.Aus diesem Grund wurde vom KiJuPa das Projekt „Emily Engel" entwickelt. Überall dort, wo der Aufkleber oder das Plakat „Emily Engel" sichtbar ausgehängt ist, haben sich die Inhaber des Geschäftes oder Mitarbeiter der Institution dazu bereit erklärt, Kinder und Jugendliche, die Hilfe benötigen, zu unterstützen. Manchmal reicht dabei sicherlich ein Pflaster aus oder die Möglichkeit, nach Hause zu telefonieren. Aber auch wenn Kinder  sich durch jemanden bedroht fühlen, können sie bei den Projektpartnern Schutz finden. Ziel ist es, ein möglichst lückenloses Netz von Ansprechpartnern für Notsituationen zu schaffen, damit der Weg zur Schule, in die Innenstadt und zum Spielplatz Sicherheit bietet. Man findet das Emily Engel - Zeichen in ganz verschiedenen Geschäften, in Bäckereien, Eisdielen und Drogerien, in Supermärkten, im Buchladen und Schreibwarengeschäft, im Herdecker Rathaus und den Jugendeinrichtungen. Die Parlamentsmitglieder haben das Logo selbst entworfen und freuen sich, dass es als Schutzsymbol die Anlaufstellen für in Not geratene Kinder und Jugendliche kennzeichnet.Das KiJuPa würde sich freuen, wenn noch viele weitere Unternehmen das Projekt unterstützen würden. Zum einen, indem sie selbst Schutzpartner werden, oder dadurch, dass Sie Kinder über dieses Projekt aufklären. Denn nur wer Emily Engel kennt, wird Emily Engel auch nutzen!Für die Partner der Aktion hat das KiJuPa in Zusammenarbeit mit dem Herdecker Jugendamt eine Informationsbroschüre herausgebracht. Der Flyer enthält wichtige Tipps, wie man reagieren und handeln sollte, wenn ein Kind in ein Geschäft kommt, weil es sich in Not befindet. Zunächst einmal gilt es, das Kind zu beruhigen. Man sollte dem Kind das Gefühl geben, nun in Sicherheit zu sein, ihm die Angst nehmen und sich die Situation erklären lassen. Wenn das Kind nach Hause möchte, sollte man sich mit den Eltern in Verbindung setzen. Falls das nicht möglich ist, empfiehlt sich die Kontaktaufnahme mit einem Verantwortlichen im Kindergarten bzw. der jeweiligen Schule oder dem Jugendamt (Tel. 02330-611353). Wichtig ist auch, dem Kind eine Wartemöglichkeit anzubieten, bis es von den Eltern oder einer anderen Vertrauensperson abgeholt wird!Hintergrund-Info KiJuPa:Das Kinder- und Jugendparlament (KiJuPa) besteht aus 25 Herdecker Kindern und Jugendlichen. Sie wurden an den weiterführenden Schulen für die Dauer von zwei Jahren in das Parlament gewählt, um sich dort für die Interessen ihrer Altersgenossen einzusetzen. Unterstützt werden sie dabei von zehn Schülerinnen und Schülern der Herdecker Grundschulen. Das KiJuPa wird bei allen Maßnahmen der Stadt beteiligt, die Interessen von Kindern und Jugendlichen berühren. So hat es die Möglichkeit, Einfluss zu nehmen und mittels eigener Anträge seine Vorstellungen einzubringen.