Erste Projekte zur Klimapartnerschaft in der Umsetzung

Flosel Almirante reicht eines der selbst zubereiteten philippinischen Gerichte an die Maiwochenbesucher.
Flosel Almirante reicht eines der selbst zubereiteten philippinischen Gerichte an die Maiwochenbesucher.
Gruppenfoto der Delegationen aus Dumangas und Herdecke beim internationalen Workshop zu Klimapartnerschaften in Berlin.
Gruppenfoto der Delegationen aus Dumangas und Herdecke beim internationalen Workshop zu Klimapartnerschaften in Berlin.

In der letzten Schulwoche vor den Sommerferien besuchten die Agenda-Beauftragte Sonja Fielenbach und der Klimaschutzmanager Jörg Piontek-Möller die vier neunten Klassen der Friedrich-Harkort-Schule. „Wir haben den Schülerinnen und Schülern von den Aktivitäten der Stadt Herdecke zum Klimaschutz und insbesondere über die Zusammenarbeit mit der Klimapartnerstadt in Dumangas auf den Philippinen berichtet“, fasst Sonja Fielenbach zusammen.

Zuvor hatten die Schülerinnen und Schüler bereits am Projekt „Planspiel Südsicht-Afrika“ teilgenommen und wagten einen klimapolitischen Perspektivwechsel. Die Gymnasiasten schlüpften dabei für jeweils einen Vormittag lang in die Rollen von Parlamentariern der fiktiven Kommune „Cape Shore“ in „Ghanesien“. Nun erläuterten die beiden Verwaltungsmitarbeiter, welche Projekte in der „echten“ Klimapartnerschaft bereits in der Umsetzung sind und welche Planungen es langfristig gibt.

In den letzten zwei Jahren haben die Stadtverwaltungen aus Herdecke und der philippinischen Klimapartnerstadt Dumangas ein gemeinsames Handlungsprogramm zu den Themen Klimaschutz und Klimaanpassung erarbeitet. Klimabildung bildet eines der fünf Schwerpunktthemen dieser Zusammenarbeit. „Schülerinnen und Schüler sind wichtige Multiplikatoren um die Herdecker Bürgerinnen und Bürger für die Probleme des Klimawandels zu sensibilisieren“, beschreibt Jörg Piontek-Möller. Es ist deshalb wünschenswert, wenn sich zukünftig  Herdecker Schulen mit Schulen in Dumangas austauschen. Die Anbahnung einer ersten Schulpartnerschaft zwischen der Herdecker Werner-Richard-Schule und der Balud Primary School aus Dumangas nimmt mittlerweile konkrete Formen an. „Es werden Kooperationsvereinbarungen zwischen den Stadtverwaltungen und beiden Schulen vorbereitet und erste gemeinsame Projekte geplant“, wagt Sonja Fielenbach einen Ausblick.

Im Rahmen der Zusammenarbeit war im Mai eine dreiköpfige Delegation aus Dumangas zu Besuch in Herdecke. Nachdem die Delegation gemeinsam mit Vertreterinnen und Vertretern aus Herdecke an einem internationalen Workshop der Klimapartnerschaften zur Präsentation der gemeinsamen Handlungsprogramme in Berlin teilgenommen hatte, reiste sie nach Herdecke, um sich vor Ort weiter auszutauschen und an der 44. Herdecker Maiwoche teilzunehmen.

Während ihres Aufenthalts in Herdecke besuchte die Delegation die Werner-Richard-Schule, die Friedrich-Harkort-Schule, die Kläranlage in Hagen-Vorhalle und das Cuno-Kraftwerk. Dort tauschte sich vor allem der städtische Ingenieur Jose Cordova aus Dumangas mit den hiesigen Ingenieuren intensiv aus. In Dumangas gibt es bisher noch keine Kläranlage und somit werden Abwässer unbehandelt in den Fluss geleitet. Die Energieerzeugung erfolgt für Dumangas bisher vorrangig mit Hilfe von Kohlekraftwerken.

Anlässlich der Herdecker Maiwoche ließen es sich die drei philippinischen Gäste am Mittwochabend nicht nehmen für die Besucherinnen und Besucher philippinische Gerichte zuzubereiten und diese kostenlos an ihrem eigenen Stand zu verteilen. Gleichzeitig diente der Stand als Informationsstand über die philippinische Kultur und die Projekte der Klimapartnerschaft mit Herdecke. „Zahlreiche Herdeckerinnen und Herdecker nahmen dieses Angebot an und informierten sich über die neue Partnerstadt und die geplanten Projekte“, ziehen Sonja Fielenbach und Jörg Piontek-Möller ein sehr positives Resümee von dem Besuch.

Zurück auf den Philippinen wurde die Beschaffung solarbetriebener Wasserpumpen weiter vorangetrieben, um die Bewässerung der Reisfelder klimaschonender und effizienter umzusetzen. Die Anschaffung dieser Pumpen wird über Fördergelder des Bundesministeriums für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung mit einem Eigenanteil aus Dumangas finanziert.