Koepchenwerk: Grünschnittarbeiten im Bereich der Druckrohre in der Zeit vom 20. bis 23. März 2019

RWE Lichtlandmarke Foto: Markus Bollen
RWE Lichtlandmarke Foto: Markus Bollen

Harke, Schere, Rechen – bei den anstehenden Grünschnittarbeiten am Koepchenwerk in Herdecke kommt mehr als das übliche Gerät zum Einsatz. Die ungewöhnliche Lage des Industriedenkmals zwingt zu besonderen Maßnahmen. Per Hubschrauber wird der Grünschnitt vom Hang zu einer Fläche am Speicherbecken transportiert, wo er gehäckselt und weggefahren wird. Auf die Fußgänger- und Radwege am Hengsteysee und am Hang des Ardeygebirges hat diese Aktion keine Auswirkungen. Dank der guten Kooperation mit RWE können die Arbeiten komplett innerhalb der Grundstücke der Industriedenkmalstiftung und der RWE erfolgen. 

Die Beschaffenheit des Geländes, ausgehend von der Maschinenhalle entlang der vier Druckrohrleitungen bis zum Schieberhaus steil oben am Hang, ist eine Herausforderung für jeden Gärtner. 160 Meter Höhengefälle sind zu bewältigen, bewachsen mit dichtem Strauchwerk, jungen und schon älteren Bäumen und Gestrüpp. Über Jahre hatte die Natur hier freies Spiel.

Mitarbeiter der Firma Karl Werner, Garten- und Landschaftsbau, Wald- und Forstbetrieb, aus Sprockhövel, ausstaffiert mit spezieller Kletterausrüstung und Motorsäge, werden am kommenden Mittwoch (20. März) mit den Arbeiten beginnen. Die Grünschnittarbeiten in extremer Steillage bei schwieriger Bodenbeschaffenheit erlauben ausnahmsweise eine Überschreitung der Rodungsfrist, die gesetzlich auf Ende Februar festgelegt ist.

Bei den Planungen stellte sich schnell die Frage, wie und wohin der Grünschnitt verbracht werden kann. Der Steilhang bietet keinen Halt, und es gibt in diesem Bereich weder befestigte Wege noch eine Zufahrt.  Experten rieten deshalb, temporär Barrieren am Hang einzurichten, dort den Grünschnitt zu sammeln und zu bündeln und ihn dann mithilfe von Hubschraubern zu einer Fläche am oben gelegenen Speicherbecken zu transportieren. Kalkuliert sind rund 50 Flüge, die komprimiert an zwei bis drei Tagen erfolgen und von der Firma Lasten-Flug aus Wuppertal durchgeführt werden. Um den Hubschrauber auftanken zu können, wird auf der gegenüberliegenden Seite des Koepchenwerks eine Fläche der Stadt Hagen für den Zeitraum der Arbeiten angemietet. Etwaige Lärmbelästigungen an den Flugtagen bittet die Stiftung Industriedenkmalpflege und Geschichtskultur zu entschuldigen.

Bereits im Vorfeld erfolgten Sondergenehmigungen und Absprachen mit mehreren Beteiligten. Sowohl die Untere Naturschutzbehörde des EN-Kreises und das Büro für Landschaftsplanung, Gewässerentwicklung und Artenschutz ViebahnSell als auch RWE, Amprion, der Ruhrverband und die Städte Herdecke und Hagen wurden einbezogen.

Bei den Arbeiten am Koepchenwerk handelt es sich um Pflegemaßnahmen mit dem Ziel, das Denkmal langfristig zu schützen und Schäden durch Samensetzung oder durch Wurzelwerk zu minimieren. Nach dem Grünschnitt werden die Rohrleitungen zwischen der Maschinenhalle am See und dem Schieberhaus am Hang des Ardeygebirges wieder deutlich als verbindendes Element zu sehen und die Gesamtanlage in ihrer funktionalen Integrität erfahrbar sein.

Quelle: Stiftung Industriedenkmalpflege und Geschichtskultur