Baugenehmigungsverfahren

Wann benötigen Sie eine Baugenehmigung?

Bei einer Errichtung, einem Umbau, einem Abbruch und bei einer Nutzungsänderung baulicher Anlagen (§ 60 BauO NRW). Dies gilt nicht, wenn andere Verfahrensvorschriften keine Genehmigungspflicht vorsehen (siehe unten).

Unterschieden wird zwischen dem Baugenehmigungsverfahren und dem einfachen Baugenehmigungsverfahren, welches in den meisten aller Fälle Anwendung findet.

Das Baugenehmigungsverfahren wird für große Sonderbauten durchgeführt. Diese sind in § 50 Abs. 2 der BauO NRW unter den Nummern 1-18 aufgeführt. Dazu gehören z.B. Hochhäuser, Verkaufsstätten mit mehr als 2000 m² Grundfläche, Krankenhäuser, Schulen, Tageseinrichtungen für Kinder, Menschen mit Behinderung und alten Menschen, Versammlungsstätten, Gaststätten und Großgaragen.

In diesem Verfahren findet eine umfassende Prüfung aller einschlägigen öffentlich-rechtlichen Vorschriften statt.

Das einfache Baugenehmigungsverfahren wird für alle Vorhaben durchgeführt, die nicht als Sonderbau gelten. Dies sind üblicherweise z.B. Wohngebäude, Garagen, Büro- und Geschäftsgebäude mit weniger als 3000 m² Geschossfläche. Das einfache Baugenehmigungsverfahren wird ebenfalls auch für die entsprechenden Nutzungsänderungen durchgeführt.

Das einfache Baugenehmigungsverfahren beinhaltet nur eine eingeschränkte baurechtliche Prüfung. Diese bezieht sich in erster Linie auf

  • die bauplanungs- und bauordnungsrechtliche Vorschriften
  • die Abstandsflächenvorschriften
  • die Bereitstellung von Kinderspielflächen
  • die Gestaltung
  • die Bemessung und Herstellungspflicht von Stellplätzen und Garagen
  • die Barrierefreiheit
  • örtliche Bauvorschriften
  • Sicherung der öffentlich-rechtlichen Erschließung

Der eingeschränkte Prüfumfang im einfachen Baugenehmigungsverfahren führt zu einer verstärkten Verantwortlichkeit der am Bau Beteiligten, u.a. auch von Bauherrin und Bauherr.

Vor Zugang der Baugenehmigung darf mit der Bauausführung nicht begonnen werden. Der Ausführungsbeginn genehmigungsbedürftiger Vorhaben ist mindestens eine Woche vorher der Bauaufsichtsbehörde schriftlich anzuzeigen.

Wann benötigen Sie keine Baugenehmigung?

  • bei Vorhaben nach § 62 BauO NRW (genehmigungsfreie Bauvorhaben, Beseitigung von Anlagen)
  • Genehmigungsfreistellung nach § 63 BauO NRW

Die genehmigungsfreien Bauvorhaben sind vor Beginn der Maßnahme mit den örtlichen Bauvorschriften (z. B. Bebauungspläne, Satzungen) abzustimmen.

Die Errichtung oder Änderung Wohngebäuden der Gebäudeklasse 1 - 3 einschließlich ihrer Nebengebäude und Nebenanlagen kann auch in der Genehmigungsfreistellung nach § 63 BauO NRW verwirklicht werden, sofern folgende Bedingungen erfüllt sind

  • das Vorhaben widerspricht nicht den Festsetzungen eines rechtsverbindlichen Bebauungsplanes
  • die Erschließung im Sinne des Baugesetzbuches ist gesichert
  • die Gemeinde erklärt nicht innerhalb eines Monats nach Eingang der Bauvorlagen, dass ein Genehmigungsverfahren durchgeführt werden soll
  • das Vorhaben bedarf keiner Ausnahme oder Befreiung nach § 31 BauGB oder Abweichung nach § 69 BauO NRW

Ihre Ansprechpersonen

Frau Jutta Schulte-Gniffke

jutta.schulte-gniffke@​herdecke.de 02330-611 459Adresse | Öffnungszeiten | Details

Frau Sabrina Störmer-Lange

Sabrina.Stoermer-Lange@​herdecke.de 02330-611 457Adresse | Öffnungszeiten | Details