Erneuerbare Energien

Der Bezug von Energie basierte lange Jahre primär auf den fossilen Energiequellen Erdöl, Kohle und Gas. Diese setzen bei der Verbrennung große Mengen des Gases CO2 frei, welches als Hauptverursacher des Klimawandels identifiziert wurde. Aus diesem Grund hat der Einsatz regenerativer Energien in der Klimastrategie der Stadt Herdecke einen hohen Stellenwert.

Daher zielt das Handlungsfeld Erneuerbare Energien auf die Verbesserung der Energiestruktur durch die Nutzung und Förderung regenerativer Energien und hierbei insbesondere die Nutzung von Energie aus Sonne, Wind und Wasser ab.

Mit der Substitution fossiler durch regenerative Energieträger in der Strom- und Wärmeerzeugung kann ein hoher Anteil an CO2-Emissionen eingespart werden. Zum Beispiel kann eine Windkraftanlage mit 4 MW installierter Leistung im Tiefland rund 12 Mio. kWh Strom erzeugen. Bei einem angenommenen Stromverbrauch eines durchschnittlichen 3-Personen-Haushaltes von 3.500 kWh pro Jahr könnten über 3.000 Haushalte mit CO2-reduziertem Strom aus Regenerativen Energie versorgt werden.

Projekte:

Solarpotenzialkataster

Die Stadt Herdecke und der regionale Energieversorger Mark-E kooperieren bei der Intensivierung des lokalen Klimaschutzes und haben ein Solarpotenzialkataster für alle Bürgerinnen und Bürger der Stadt zur Verfügung gestellt. Dort können Herdeckerinnen und Herdecker selbst prüfen, ob sich Dachflächen für den Betrieb einer Photovoltaik (PV)-Anlage zur umweltfreundlichen Stromerzeugung oder einer Solarthermischen Anlage zur Warmwasserversorgung oder Heizungsunterstützung eignen.

Kernstück des Solarpotenzialkatasters ist eine Satelliten-Übersichtskarte aller Herdecker Dachflächen. Auf Basis von Einflussfaktoren wie Neigung, Ausrichtung und Beschaffung sind diese nach einem „Ampel-System" auf ihre Eignung klassifiziert worden: Grün bedeutet, dass die Fläche sich gut für eine Bebauung eignet, gelb zeigt eine grundsätzliche Eignung an und rote Flächen werden als nicht geeignet eingestuft.

Zudem kann jeder Interessent eine Übersichtskarte aufrufen, in der eine Ertragsprognose auf Basis der maximalen installierbaren Leistung und der aktuellen Einspeisevergütung für den erzeugten Solarstrom aufgeführt wird. Zudem wird die jährliche Einsparung an Kohlendioxid (CO2) angezeigt. Die technische Umsetzung des Solarpotenzialkatasters wurde durch die Firma tetraeder.solar (Dortmund) durchgeführt und von der Mark-E finanziert.

Jeder Einzelne leistet durch den Bau einer Solaranlage einen aktiven Beitrag zum lokalen Klimaschutz und kann durch die gesetzlich festgelegte Einspeisevergütung an der Wertschöpfung der Energiegewinnung teilhaben. Ziel der Initiatoren ist es auch, den Bau von Solarthermischen Anlagen durch das Solarpotenzialkataster anzuschieben, da die Eignungsvoraussetzungen hier die gleichen wie bei der Errichtung von PV-Anlagen sind.

Grundstückseigentümer, die nicht wollen, dass ihre Dachflächen in dem Solarpotenzialkataster zu sehen sind, können in Form einer kurzen, schriftlichen um Herausnahme bitten. Mehr Informationen zu dem Thema gibt es unter dem Button „Widerspruchsrecht" auf der Internetseite des Solarpotenzialkatasters.

Interessierte können den interaktiven Kartenviewer (Gebiet Herdecke) unter folgendem Link erreichen:

http://www.solare-stadt.de/_frame/?viewer=rvr_rbz_arnsberg&lat=51.4130650543&lon=7.4174916433&zoom=12

 

Regionales Gründachkataster

Gemeinsam mit der Emschergenossenschaft hat der Regionalverband Ruhr (RVR) ein Gründachkataster für das Ruhrgebiet erstellen lassen. Hier können die Bürgerinnen und Bürger des Ruhrgebiets prüfen, wie hoch die Eignung ihres Gebäudes für ein Gründach ist.

Das Gründachkataster zeigt durch Einfärbung der Dachflächen nicht nur an, wie gut sich das Gebäude für ein Gründach eignet, sondern über eine Detailanalyse können auch die eingesparte Abwassermenge, die CO2-Absorption und der gehaltene Feinstaub pro Jahr geschätzt werden.

Ein grünes Hausdach ist nicht nur optisch ein Blickfang, sondern schafft eine Vielzahl positiver Effekte für Gebäude, Mensch und Umwelt. So schützt der Begrünungsaufbau die Dachabdichtung vor Witterungseinflüssen und kann somit die Lebensdauer der Abdichtung verdoppeln. Die Begrünung wirkt gleichzeitig als Dämmung im Winter vor Kälte und dient im Sommer als Hitzeschutz. Begrünte Dächer bilden zudem wichtige Ersatzlebensräume und Trittsteinbiotope für Tiere und Pflanzen.

Durch die Vegetation können – je nach Schichtaufbau – große Mengen an CO2 und Staub reduziert werden. Würden alle geeigneten Dächer in der Metropole Ruhr, sowohl alle Flachdächer als auch leicht geneigten Dächer bis 30° begrünt werden, so könnten über 25.000 Tonnen CO2 und Staub pro Jahr gebunden werden.

Gründächer sind darüber hinaus dazu geeignet, in den überhitzten Innenstädten zur Kühlung beizutragen und bei Starkregen Überschwemmungen zu reduzieren.  Je nach Begrünungsart können bis zu 80 Prozent des Jahresniederschlags zurückgehalten werden und stehen zur Verdunstung und damit Kühlung der im Sommer aufgeheizten Städte zur Verfügung.

Die Analyse des Gründachkatasters durch den RVR hat gezeigt, dass über 800.000 Gebäude potenziell zur Begrünung geeignet sind, das heißt fast jedes zweite Dach in der Metropole Ruhr kann vorbehaltlich der Statikprüfung begrünt werden und somit einen Beitrag zur Klimaanpassung leisten. In Kombination mit einer Photovoltaikanlage kann die Effektivität der Anlage durch die Kühlleistung der Begrünung zudem erhöht werden.

  

Text: Regionalverband Ruhr

Mehr Information zum Gründachkataster finden Interessierte auf der Homepage des Regionalverbandes Ruhr: http://www.metropoleruhr.de/index.php?id=27667

Auch in Herdecke besteht auf bei vielen Häusern die Möglichkeit, ein Gründach anzulegen. Zu einem interaktiven Kartenviewer für das Herdecker Stadtgebiet gelangen Interessierte über folgenden Link:

https://www.solare-stadt.de/_frame/?viewer=rvr_rbz_arnsberg_gruen&lat=51.4130650543&lon=7.4174916433&zoom=12

 

Photovoltaikanlagen auf städtischen Gebäuden

Als Mitglied des Klima-Bündnis e.V. hat sich die Stadt Herdecke dazu verpflichtet, ihre CO2-Emissionen alle 5 Jahre um 10% zu reduzieren. Dies soll langfristig vor allem durch Energieeinsparungen, Steigerung der Energieeffizienz und durch die Nutzung erneuerbarer Energien geschehen. Besonders beim letzten Punkt möchte die Stadt mit gutem Beispiel vorangehen und städtische Gebäude, die geeignet sind, für die Errichtung von Photovoltaikanlagen zur Verfügung stellen.

 

Da die Stadt Herdecke in Zeiten leerer Kassen die entsprechenden Anlagen zur dezentralen Energieversorgung nicht selbst errichten kann, müssen hier neue Wege gefunden und gegangen werden. Aus diesem Grund hat der Ausschuss für Umwelt, Klima und Verkehr der Stadt Herdecke am 11. November 2010 der Absichtserklärung der Stadt zum Einsatz von Photovoltaikanlagen auf städtischen Gebäuden zugestimmt.

Mit der Erklärung wird der eindeutige Wille der Stadt dokumentiert, die Nutzung von geeigneten städtischen Dachflächen zum Bau von Anlagen zur Energiegewinnung aus erneuerbaren Energien den Einwohnern der Stadt Herdecke zur Verfügung zu stellen.

Bei der BEG (www.beg-58.de) handelt es sich um einen Zusammenschluss von vielen Bürgerinnen und Bürgern, Unternehmen und Organisationen aus der Region, die das Anliegen vertreten, den Klimaschutz vor Ort und für jeden machbar zu machen.

Haben Sie Fragen zum Stand des Projektes? Möchten Sie sich selber an den geplanten Anlagen hier in Herdecke beteiligen? Für diese und weitere Fragen steht Ihnen die Lokale Agenda 21 unter gerne zur Verfügung.