Klimaschutzteilkonzept „Radverkehr“ für die Stadt Herdecke

Motivation und Ausgangslage:

Im Rahmen der Erstellung des Klimaschutzkonzeptes in 2013 wurde das Handlungsfeld „Verkehr und Mobiliät“ definiert. Wesentliches Ziel des Handlungsfeldes ist es, den Fuß- und Radverkehr aktiv zu fördern und klimafreundliche Ansätze für den Ersatz des motorisierten Individualverkehrs zu finden und somit die CO2 Emissionen zu reduzieren.

Der Bestand des Rad- und Fußwegenetzes in Herdecke wurde grob erfasst und die bisherige Umsetzung der Maßnahmen und Ziele aus dem nachhaltigen Verkehrsentwicklungsplan beurteilt.

Deutlich wurde dabei, dass für den Freizeitradverkehr insbesondere im Hinblick auf den Ruhrtalradweg in Herdecke bereits sehr gute Bedingungen bestehen. Betrachtet man allerdings den Alltagsradverkehr, wird erhöhter Handlungsbedarf deutlich. In der Vergangenheit nahm der Alltagsradverkehr aufgrund der vorhandenen Topografie in Herdecke eine eher untergeordnete Rolle ein. Erst durch den wachsenden Trend der E-Bikes werden Schwachstellen im kommunalen Radwegenetz deutlich. Hierzu zählen insbesondere die unzureichende Anbindung der einzelnen Ortsteile untereinander sowie an das Stadtzentrum, die fehlende Anbindung an Schulen und an benachbarten Städte ebenso wie unsichere Verkehrsführungen.

Zur Verbesserung der Infrastruktur für Radfahrende wurden in der Vergangenheit bereits zahlreiche Maßnahmen umgesetzt oder angestoßen. Ein weiterer Schritt ist die Erstellung eines Radverkehrskonzeptes, um Herdecke zu einer fahrradfreundlicheren Stadt weiterzuentwickeln.

Inhalte und Zielsetzung des Klimaschutzteilkonzeptes (KSI) „Radverkehr“:

In 2018 hat die Stadt Herdecke die Erstellung eines Klimaschutzteilkonzeptes „Radverkehr“ beschlossen. Gefördert wird die Erstellung dieses Konzeptes durch das Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und nukleare Sicherheit aufgrund eines Beschlusses des Deutschen Bundestages. Mit der Nationalen Klimaschutzinitiative initiiert und fördert das Bundesumweltministerium seit 2008 zahlreiche Projekte, die einen Beitrag zur Senkung der Treibhausgasemissionen leisten. Ihre Programme und Projekte decken ein breites Spektrum an Klimaschutzaktivitäten ab: Von der Entwicklung langfristiger Strategien bis hin zu konkreten Hilfestellungen und investiven Fördermaßnahmen. Diese Vielfalt ist Garant für gute Ideen. Die Nationale Klimaschutzinitiative trägt zu einer Verankerung des Klimaschutzes vor Ort bei. Von ihr profitieren Verbraucherinnen und Verbraucher ebenso wie Unternehmen, Kommunen oder Bildungseinrichtungen.

Mit der Erstellung des KSI „Radverkehr“ wurde das Büro stadtVerkehr aus Hilden beauftragt. Auf Basis einer Bestandserfassung und Analyse der derzeitigen Situation sollen Leitziele und Aktionsräume im Bereich des Radverkehrs entwickelt werden. Die deutliche Reduzierung des motorisierten Individualverkehrs (MIV) und damit zusammenhängende Reduzierung der CO2 Emissionen spielen dabei eine wesentliche Rolle.

Derzeit liegt der Anteil des Radverkehrs am Modal Split in Herdecke bei lediglich 2% und somit deutlich unter dem Durchschnitt in NRW mit 11%. Der Modal Split zeigt den prozentualen Anteil der jeweiligen Verkehrsmittel am gesamten Transportaufkommen. Ziel ist es, diesen Anteil des Radverkehrs zukünftig zu erhöhen. Um dies zur erreichen, müssen die Voraussetzung für sicheres und komfortables Radfahren im Alltag und in der Freizeit geschaffen werden.

Das Radverkehrskonzept soll Wege aufzeigen, wie die Infrastruktur für den fließenden und den ruhenden Radverkehr optimiert werden kann. Ebenso sollen Möglichkeiten der Förderung von E-Bikes und der Ausbau von Serviceangeboten für Radfahrende in das Konzept einfließen. Ebenso Bedeutung ist die Erarbeitung von Maßnahmen aus dem Bereich der Öffentlichkeitsarbeit sowie des Mobilitätsmanagements.

1. Öffentlichkeitsveranstaltung:

In Form eines Werkstattverfahrens können Herdecker Bürgerinnen und Bürger aktiv an der Erstellung des Radverkehrskonzeptes mitwirken. Der erste Termin hierzu fand im Oktober 2019 im Ratssaal mit ca. 30 Teilnehmenden statt. Zu Beginn der Veranstaltung erhielten die Anwesenden eine ausführliche Einführung in das Thema. Anschließend stellte das Büro die Ziele des Radverkehrskonzeptes, die vorgesehenen Arbeitsschritte und den zeitlichen Ablauf vor.

Die Präsentation finden Sie hier.

Im zweiten Teil der Veranstaltung wurden in Arbeitsgruppen konkrete Probleme im Radwegenetz der Stadt Herdecke zusammengetragen. Diese vorhandenen Schwachstellen und Mängel fließen in die weitere konzeptionelle Arbeit des Büros mit ein.

Eine Übersichtsplan finden Sie hier.

Weiteres Vorgehen:

Im Anschluss an die erste Öffentlichkeitsveranstaltung nimmt das Büro stadtVerkehr eine Netzkategorisierung für das Stadtgebiet vor. Hierbei werden die vorhandenen und geplanten Radwege nach Haupt-, Neben- und Ergänzungsrouten unterschieden. Anschließend wird das Routennetz genauer untersucht. Wichtige Punkte dabei sind beispielsweise Beschilderung, Oberflächenbeschaffenheit, Wegebreiten und Beleuchtung. Auf Basis dieser Ergebnisse wird ein Katalog mit Maßnahmen erarbeitet, die es gilt zukünftig umzusetzen.  

Die Ergebnisse dieser Arbeit sollen den Bürgerinnen und Bürgern in einer zweiten Veranstaltung vorgestellt werden. Diese Veranstaltung ist für April 2020 vorgesehen.

Die entsprechende Pressemitteilung zur Bürgerwerkstatt finden Sie hier.

Artikel: Westfalenpost.