Lärmaktionsplan

Die Lärmbelastung ist in den vergangenen Jahrzehnten gestiegen und hat sich zu einem der elementaren Umweltprobleme unserer Zeit entwickelt. Als Verursacher steht der Lärm aus dem Straßen-, Flug und Schienenverkehr sowie aus Industrie- und Gewerbeanlagen ganz oben. Gründe für den steigenden Lärmpegel sind dabei unter anderem die Zunahme des Verkehrs durch eine gewachsene Mobilität der Bevölkerung, ein verändertes Freizeitverhalten und Änderungen bei der industriellen Fertigung und Lagerhaltung.

Alle Kommunen sind durch die Umgebungslärmrichtlinie des Europäischen Parlaments, die 2005 durch die Übernahme ins Bundesimmissionsschutzgesetz (BImSchG) in deutsches Recht übernommen wurde, in die Pflicht genommen worden, eine Lärmaktionsplanung durchzuführen. Dabei wird ein so genannter Lärmaktionsplan erarbeitet. Dieser hat das Ziel, potenziell gesundheitsgefährdende Lärmbelastungen aufzuzeigen, sie zukünftig zu vermeiden, Belästigungen zu verringern und allen Bewohnerinnen und Bewohnern einen ungestörten Aufenthalt in und außerhalb von Gebäuden sowie einen ungestörten Schlaf zu ermöglichen.

 

Auch Herdecke hat einen solchen Lärmaktionsplan entwickelt und mit der Verabschiedung im Jahr 2011 den ersten Schritt getan. In der vorliegenden 1. Stufe der Lärmaktionsplanung werden gemäß § 47 d Bundesimmissionsschutzgesetz (BImSchG) die Lärmemissionen der Straßen mit einer Belastung von über 6 Millionen Kraftfahrzeugen jährlich und die Haupteisenbahnstrecken mit mehr als 60.000 Zugbewegungen im Jahr berücksichtigt. Es werden Maßnahmen aufgezeigt, mit denen sich Verbesserungen der Lärmsituation erreichen lassen, um diese in den nachfolgenden Bauleit-, Regional- und Verkehrsplänen berücksichtigen zu können. Auf diesem Weg sollen zukünftig lärmbedingte Konfliktsituationen, die im Nachhinein hohe Kosten verursachen, vermieden werden. Ruhige Gebiete, die für die Erholung der Bevölkerung einen hohen Wert haben, können deutlich gemacht und vorsorglich vor einer Zunahme des Lärms geschützt werden.

Die 2. Stufe der Lärmaktionsplanung wurde nun ebenfalls verabschiedet. Hier werden alle Straßen betrachtet, die mehr als 3 Millionen Kraftfahrzeuge pro Jahr aufnehmen sowie sämtliche Haupteisenbahnstrecken mit einem Verkehrsaufkommen von mehr als 30.000 Zügen pro Jahr. Grundlage der Planung sind die Lärmkarten des Ministeriums für Klimaschutz, Umwelt, Landwirtschaft, Natur- und Verbraucherschutz des Landes Nordrhein-Westfahlen.

Öffentlichkeitsbeteiligung des Eisenbahn-Bundesamtes

Das Eisenbahn-Bundesamt erstellt unter Beteiligung der Öffentlichkeit alle fünf Jahre einen Lärmaktionsplan für die Haupteisenbahnstrecken des Bundes.

 

Ziel der Lärmaktionsplanung ist die Regelung von Lärmproblemen und Lärmauswirkungen. Als Haupteisenbahnstrecke gilt ein Schienenweg mit einem Verkehrsaufkommen von mehr als 30.000 Zügen pro Jahr.

 

Für Herdecke liegt eine solche Haupteisenbahnstrecke auf der Strecke Hagen – Dortmund vor.

 

Genauere Informationen hierzu können dem jetzt veröffentlichten Entwurf des Lärmaktionsplans entnommen werden.

Der so genannte Teil A ist im Internet über die Informations- und Beteiligungsplattform www.laermaktionsplanung-schiene.de oder über die Homepage des Eisenbahn-Bundesamtes www.eba.bund.de/lap abrufbar. Er ist das Ergebnis der ersten Phase der Öffentlichkeitsbeteiligung im Rahmen der Lärmaktionsplanung. Insgesamt sind in der ersten Phase etwa 38.000 Beteiligungen eingegangen. In einer zweiten Beteiligungsphase Anfang 2018 haben mehr als 5.000 Interessierte das Verfahren des EBA bei der Lärmaktionsplanung bewertet. Dabei gaben knapp 40 Prozent der Antwortenden an, dass sie durch den Lärmaktionsplan Informationen über die Lärmsituation an ihrem Wohnort erhalten haben.

Dieses und weitere Ergebnisse werden in Teil B des Lärmaktionsplanes 2017/2018 vorgestellt, den das EBA nun unter Beteiligung der Öffentlichkeit fertiggestellt wurde. Das EBA legt damit eine vollständige Bestandsaufnahme zur Lärmsituation an Haupteisenbahnstrecken des Bundes vor. Der Teil B gibt die Meinungen der Öffentlichkeit zum Verfahren der Lärmaktionsplanung wieder.

 

Die Teile A und B ergeben zusammen den vollständigen Lärmaktionsplan für die Haupteisenbahnstrecken des Bundes.

 

Damit ist die Lärmaktionsplanung der Runde 3 des Eisenbahn-Bundesamtes abgeschlossen. Die Dokumente können unter dem folgenden Link abgerufen werden: www.eba.bund.de/lap. Auf Wunsch verschickt das EBA auch eine kostenlose Druckversion per Post.

 

Das Eisenbahn-Bundesamt hat einen Informations-Flyer zum Thema Lärmaktionsplanung sowie eine Word-Datei mit nutzbaren Textbausteinen erstellt, welche unter dem nachfolgenden Link abrufbar sind: Flyer-Lärmaktionsplanung und Textbausteine-Datei 

Mit dem vorliegenden Lärmaktionsplan ist das Eisenbahn-Bundesamt in die regelmäßige Lärmaktionsplanung an den Haupteisenbahnstrecken des Bundes eingestiegen. Der nächste Lärmaktionsplan ist für das Jahr 2023 vorgesehen. Voraussichtlich ab 2022 wird es wieder eine Öffentlichkeitsbeteiligung geben.

 

Fragen können Interessierte direkt per Mail an das Eisenbahn-Bundesamt richten: lap(at)eba.bund.de.

 

Gerne steht auch Katharina Lück im Technischen Rathaus der Stadt Herdecke als Ansprechpartnerin unter Telefon: 02330-611 464 oder per Mail an: katharina.lueck(at)herdecke.de zur Verfügung.

Flyer des Eisenbahn-Bundesamtes
zur Lärmaktionsplanung:

> Download Flyer